Anfertigen schriftlicher Arbeiten

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Übersicht:

7.1. Thema
7.2. Materialsammlung (Bibliographieren)
7.3. Materialbearbeitung
7.4. Materialauswertung
7.5. Konzept
7.6. Reinschrift (Manuskript)

Die Methode, schriftliche Arbeiten anzufertigen, kann man in sechs Arbeitsschritte einteilen: Thema, Materialsammlung (Bibliographieren), Materialbearbeitung, Materialauswertung, Konzept und Reinschrift (Manuskript).

7.1. Thema

Themen können sehr präzise formuliert sein oder sehr weit. Im letzten Fall muss es vom Kursteilnehmer sinnvoll eingegrenzt werden. Man sollte sich aber immer vor Übernahme einer Arbeit fragen,

Als Nächstes informiert man sich anhand von Lexika über das Thema und stellt vorläufige Untersuchungsaspkte auf, zu denen man Material sammelt und nach denen man das Material bearbeitet. Würde das Thema z.B. lauten: "Gerhart Hauptmanns 'Die Weber' als Beispiel für das Drama des Naturalismus", dann wären folgende Aspekte sinnvoll: Hauptmanns Leben und Werk, Interpretation der "Weber", Naturalismus, Drama des Naturalismus.

Am Ende der ersten Arbeitsphase steht ein vorläufiger Arbeitsplan. Als Richtwerte für die zeitliche Einteilung kann man ansetzen: ein Viertel (oder weniger) für die Materialsammlung, die Hälfte (oder mehr) für Materialbearbeitung und Auswertung und ein Viertel für Konzept und Manuskript.

7.2. Materialsammlung (Bibliographieren)

Das zur Arbeit notwendige Material wird in die so genannte Primärliteratur und Sekundärliteratur eingeteilt. Unter Primärliteratur versteht man in diesen Zusammenhang die Texte, die von dem Dichter selbst stammen, unter Sekundärliteratur diejenigen, die Wissenschaftler über den Dichter und sein Werk geschrieben haben.

Um an die Literatur zu gelangen, gibt es zwei Wege: das Buchgeschäft und die Bibliothek. Es lohnt sich, billige Ausgaben der Primärliteratur (Taschenbücher) selbst anzuschaffen. Aber auch Darstellungen über Leben und Werk eines Dichters und Kommentare zu bestimmten Werken liegen in Taschenbuchreihen vor. Andere Bücher beschafft man sich zweckmäßigerweise in einer Bibliothek. Es kann hier keine Einführung in die Benutzung einer Bibliothek gegeben werden. Dies geschieht besser an Ort und Stelle.

Über die Anzahl der Bücher, die man zu einer Arbeit lesen soll, kann man keine verbindlichen Angaben machen. Jedoch wird man schnell feststellen, dass die Literatur zu einem Thema fast unübersehbar ist. Man muss also (v.a. als Schüler) eine Auswahl treffen. Sinnvolle Kriterien bei der Auswahl sind: Bücher älteren Datums sollten nur dann benutzt werden, wenn man gelesen oder gehört hat, dass es allgemein anerkannte Standardwerke sind. Ansonsten wähle man Bücher möglichst neueren Datums. (Natürlich bedeutet dies nicht, dass ein Buch schon deshalb gut ist, weil es neu ist.) In jedem Fall wird der Kursleiter mit Rat zur Seite stehen. Als ganz grobe Orientierungswerte kann man sagen, dass für ein mündliches Kurzreferat ein bis drei Titel an Sekundärliteratur, für ein längeres mündliches Referat zwei bis fünf Titel und für eine Semesterarbeit vier bis acht Titel ausreichen.

Die Bücher, die man benutzen will, werden nach bestimmten Regeln aufnotiert (am besten auf Karteikarten). Dies ist wichtig, wenn man die benutzte Literatur am Ende der Arbeit angeben muss. Vor allem bei ausgeliehenen Titeln besteht die Gefahr, dass man das Buch zurückgibt und vergessen hat, es zu notieren. Die Art und Weise, wie man Bücher aufschreibt, ist allgemein geregelt. Das folgende Flussdiagramm versucht sie darzustellen:

Zitierschema

  1. Wenn keine Angaben zum Ort: o.O. (=ohne Ort).
  2. Wenn keine Abgaben zum Jahr: o.J. (=ohne Jahr).
  3. Auflage durch hoch gestellte Ziffer hinter dem Erscheinungsjahr angeben; wenn die Auflage ergänzt, geändert, verbessert oder erweitert ist, muss diese Angabe übernommen werden (z.B. 2., verbesserte Aufl.)
  4. bei Sammelband

7.3. Materialbearbeitung

An die Bücher und Zeitschriften, die man bearbeiten will, geht man mit den vorläufigen Untersuchungsaspekten heran. Sie bestimmen, welche Werke man wählt und was man in ihnen liest. Andererseits wird man während der Lektüre die Erfahrung machen, dass bestimmte Aspekte nicht so wichtig für das Thema sind, andere aber stärker berücksichtigt werden müssen oder gar neu hinzukommen. (Bei unserem Thema würde sich etwa ergeben, dass die Wirkungsgeschichte der "Weber" für das Verständnis des Dramas interessant ist.) Konkret wird das ständige Fragen und Überlegen darin zum Ausdruck kommen, dass man seine Arbeit immer wieder neu gliedert, verschiedene Gliederungen ausprobiert und vorhandene verbessert.

Die gekauften und geliehenen Bücher muss man nicht von Anfang bis Ende mit gleicher Intensität lesen und durcharbeiten. Man verschafft sich zunächst einen Überblick, welches Buch besonders ergiebig für das Thema erscheint. Dies erreicht man, wenn man folgende Stellen liest:

Diejenigen Bücher oder Passagen in Büchern, von denen man meint, dass sie sich lohnen, können nun bearbeitet werden.

Am Ende der Bearbeitungsphase hat man:

7.4. Materialauswertung

Anhand der Gliederungspunkte stellt man nun das Material zusammen. Bei unserem Thema z.B. notiert man alle Gedanken und Informationen, die in dem gesammelten und bearbeiteten Material vorhanden sind, zu folgenden Gliederungspunkten (jeweils zu I, zu II usw.):

  1. Hauptmanns Leben und Werk
  2. Naturalismus
  3. Drama des Naturalismus
  4. "Die Weber" als Beispiel
  5. Rezeptionsgeschichte
  6. Heutige Aktualität
    (Die Gliederung wäre noch in Unterpunkte aufzuteilen.)

Dazu wählt man die man mit den Gliederungspunkten versieht und auf die man die Informationen möglichst knapp schreibt (mit Hinweisen auf die betreffenden Bücher oder Exzerpte, damit man ggf. nachlesen und Zitate bei der Reinschrift übernehmen kann).

7.5. Konzept

Anhand der stichwortartig zusammengestellten Bemerkungen formuliert man ein Konzept, das danach mehrmals überarbeitet werden muss unter folgender Fragestellung:

  1. Ist das Thema beachtet?
  2. Sind die Begriffe klar definiert?
  3. Ist die Darstellung richtig und sachlich?
  4. Ist der Aufbau klar und logisch?
  5. Sind die Ergebnisse mit Textstellen belegt (Näheres s. Semesterarbeit)?
  6. Ist die Arbeit grammatikalisch, orthographisch und vom sprachlichen Ausdruck her korrekt ?

Interpretationen und Meinungen aus der Sekundärliteratur soll man nur dann übernehmen, wenn man sie verstanden hat und sie für richtig oder plausibel hält. Auf keinen Fall darf man wichtige Aussagen aus der Sekundärliteratur übernehmen ("abschreiben"), ohne dies anzumerken.

7.6. Reinschrift (Manuskript)

Die Form des Manuskripts richtet sich nach der Art der Arbeit. Bei einem mündlichen Referat ist es nicht unbedingt notwendig, die Arbeit auszuformulieren.