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Johann Jakob Breitinger
geb. 1.3.1701 Zürich gest. 14.12.1776 ebenda Biographie Johann Jakob wurde als Sohn des Zürcher Knopfmachers Franz Caspar Breitinger (1665-1742) geboren. Es scheint schwierig zu sein, angesichts der persönlichen Zurückhaltung B.s sich ein genaueres Bild von dieser Persönlichkeit zu machen. So ist es auch wohl bezeichnend, dass der anscheinend einzige Nachruf, der auf ihn erschienen ist, eine kleine anonyme Lobschrift, sich so gut wie keiner Charakteristik bedient: Nur von seinen Verdiensten ist die Rede. Er verdankte seine Geistesrichtung seinem älteren Bruder Johann Heinrich, der 1744 als Pfarrer in Uster starb. In dessen Fußstapfen wurde B. Geistlicher und Chorherr des Stifts zum Großmünster in Zürich. Als Professor am Collegium Carolinum lehrte er Hebräisch und Griechisch. Er erwarb Ansehen mit seiner Neuausgabe der Septuaginta (1730 ff.). Seit seiner frühen Freundschaft mit dem um drei Jahre älteren J.J. Bodmer erfreute er sich dessen Mitarbeit, wie er anderseits dessen im Einzelnen nicht immer erkennbarer Anreger ist. Aus einer Gemeinschaftsarbeit, aber mit besonderem Anteil B.s, ging 1735 eine für das auflebende Geschichtsstudium wichtige Sammlung chronikalischer und historischer Arbeiten hervor, betitelt "Thesaurus Historiae Helveticae". Mit einer Vorrede Bodmers versehen erschien 1740 B.s "Critische Dichtkunst", die einen Markstein in der Geschichte der deutschen Poetik darstellt. Es kommen darin neben französischen Quellen entscheidend italienische und englische zur Geltung, sowie im Resultat eine das alte Prinzip der Nachahmung der Natur überschreitende Lehre von der freien Schöpferkraft der Phantasie: Lessing schritt auf dieser Bahn weiter. |
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