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Einführung zu den Artikeln "Hof" und "Hofmann"

Beide Artikel lassen sich beziehen auf die Darstellung der höfischen Sphäre in Lessings "Emilia Galotti". Ihre Hauptgedanken werden im folgenden kurz dargestellt.

1. Begründung für repräsentative Hofhaltung:

Repräsentation nach außen. Darstellung seiner Macht bei Fremden und Landeskindern soll den Befehlen des Fürsten Nachdruck verleihen. Nicht angezweifelt wird hierbei die uneingeschränkte, gottgegebene Herrschaft des Fürsten.

2. Hofleben oder Landleben?

Bedenken gegenüber dem Hofleben? Gibt der Autor dem Landleben den Vorzug?
Die Gelegenheit zu sündigen ist nirgends so leicht gegeben wie am Hofe (Augenlust, Fleischeslust und Hoffart): Redensart: "Bei Hof, bei Höll" Nicht unbedingt, denn sündigen kann man auch an den heiligsten Orten.

Die Frage, ob Leben am Hofe oder außerhalb des Hofes besser sei, lässt sich nicht so einfach beantworten. Sie hängt davon ab, wie weit jemand, der an einem Hof leben möchte, Herr seiner Begierden ist.

3. Personen- und Interessengruppen am Hof:

  1. Blutsverwandte des Prinzen
  2. Höflinge auf gnadenhalber erhaltenen Posten ohne große Machtbefugnis (sie sind nur "zur Ergötzung" des Prinzen am Hof)
  3. Höflinge, die am Hof ein derart hohes Ansehen genießen, dass ihnen der Prinz misstraut
  4. Höflinge, die sowohl Ansehen bei Hofe also auch beim Prinzen genießen
  5. Wollüstlinge, Ehrgeizlinge, Geizige, verfeindete Machtparteien

4. Häufige Charaktereigenschaften von Höflingen:

  • Intrigantentum
    und Machtdenken
  • Buhlen um Gunst
  • Postenjagd
  • Neid
  • Mordgier
  • Rachegefühle
  • Wollust
  • Ehrgeiz
  • Geiz
  • Opportunismus
  • Verleumdung
  • falsches Lob

5. Wie macht man am Hof Karriere?

  1. sich am Hof bekannt und beliebt machen: sich von Kontaktleuten unversehens und scheinbar absichtslos ins Gespräch bringen lassen
  2. ohne Verdienst, sondern durch "wunderliches Spiel des Glückes"

6. Wie lässt sich der so erworbene Posten tugendhaft halten?

  • durch Pflichtbewusstsein im Amt, auch durch Verschwiegenheit und Behutsamkeit, sowie durch Loyalität
  • durch aufmerksames Beobachten der Handlungen von Neidern
  • durch bedachtsames Handeln im Falle von Anfeindungen
  • durch Gottvertrauen und Bescheidenheit
  • durch Misstrauen, aber Höflichkeit gegenüber anderen
  • durch Abwiegeln und Opportunismus gegenüber Machtparteien
  • durch beständiges Um-den-Prinzen-Sein

     
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