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      Gottfried Wilhelm Leibniz
geb. 1.7.1646 Leipzig
gest. 14.11.1716 Hannover

Biographie

Als Sechsjähriger verlor Leibniz seinen geliebten Vater (dieser war Professor der Moralphilosophie); daraufhin nahm er Zuflucht zu den Büchern und erwarb sich ein so vielseitiges Wissen, dass er mit 15 Jahren die Leipziger Universität bezog und Jura, aber auch Philosophie und Naturwissenschaften studierte. Als 20-Jähriger promovierte er zum Dr. jur. und trat eine Stellung beim Mainzer Kurfürsten an. In dessen diplomatischen Diensten weilte er 1672-76 in Paris, wo er mit der geistigen Elite Europas zusammentraf. 1676 übernahm Leibniz das Amt eines Hofbibliothekars in Hannover, wo er, von Reisen abgesehen, bis an sein Lebensende blieb. Ab 1691 betreute er auch die Bibliothek in Wolfenbüttel und schrieb an einer Welfen-Chronik.

Neben der Beschäftigung mit praktischen Problemen - Leibniz konstruierte Windpumpen zur Entwässerung der Harzbergwerke - korrespondierte er mit Kapazitäten aus aller Welt über Natur- und Sprachforschung, Theologie, Geschichte und Philosophie. Auf politischem wie religiösem Gebiet galt er als kompetenter Vermittler; er vertrat einen betont europäischen Standpunkt und leitete die Kommission zur Vereinigung der christlichen Religionen. 1700 erreichte er die Gründung der Berliner Akademie der Wissenschaften, deren erster Präsident er wurde. Auch in anderen Städten wollte er ähnliche Einrichtungen schaffen.

Leibniz' mathematische und logische Erkenntnisse wurden erst im 20. Jahrhundert verstanden und angewendet. Er ließ eine Rechenmaschine bauen, die multiplizieren und dividieren konnte, und entdeckte, dass jede Zahl mit den Ziffern 0 und 1 auszudrücken ist. (Nach diesem Dualsystem arbeiten heute die Computer.) Zur gleichen Zeit wie Newton, aber unabhängig von diesem, entwickelte Leibniz die Methode der Differential- und Integralrechnung (Prioritätsstreit 1711).

Den größten Einfluss auf seine Zeit übte der Philosoph Leibniz mit der Gottesrechtfertigung "Essais de theodicée sur la bonté de Dieu, la liberté de l'homme et l'origine du mal" (1710) und seiner Monaden-Lehre [griech. monas = Einheit] "La monadologie" (1714) aus: Danach besteht der Kosmos letztlich aus nichtteilbaren Kraftzellen, den Monaden, die mit unterschiedlicher Qualität die Gesetzlichkeiten des Universums in sich tragen und von der "Urmonade" Gott zu einer "prästabilisierten Harmonie" gebracht wurden. Leibniz betrachtete die Realisierung des Lebens als die nach einer vernünftigen Ordnung ablaufenden und daher optimalen Kombination sämtlicher Möglichkeiten und hielt folgerichtig unsere Welt für "die beste aller möglichen Welten".

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