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      Moses Mendelssohn
geb. 6. 9.1729 Dessau
gest. 4.1.1786 Berlin

Biographie

Mit 14 Jahren entfloh der Sohn eines Thoraschreibers der Armut und Enge seines Elternhauses und ging nach Berlin. Dort bildete Mendelssohn sich in sämtlichen Fächern, besonders der deutschen Schriftsprache, unter großen Entbehrungen autodidaktisch weiter, bis ihn ein reicher Gönner zum Hauslehrer, Buchhalter und Teilhaber seines Seidengeschäftes machte Ab seinem 25. Lebensjahr verband ihn eine enge Freundschaft mit dem gleichaltrigen Lessing, der wesentliche Züge des Freundes in "Nathan der Weise" verewigte und 1755 Mendelssohns in deutscher Sprache geschriebene "Philosophische Gespräche" heimlich drucken ließ. Der dadurch bekannt gewordene Autor veröffentlichte 1763 die von der Preußischen Akademie preisgekrönte ,"Abhandlung über die Evidenz in den metaphysischen Wissenschaften", ferner Schriften über Philosophie und Ästhetik, Übersetzungen der fünf Bücher Moses und der Psalmen sowie 1783 "Jerusalem oder Über religiöse Macht und Judentum".

Der Schüler Wolffs und Leibniz' stand auch mit Kant und Nicolai in Verbindung und gehörte zu den wichtigsten Vertretern der deutschen Aufklärung. In allgemein verständlichen, scharfsinnigen Formulierungen verfocht er vemunftbetontes Denken und Handeln und die Ideen der Toleranz, Unsterblichkeit der Seele und des Monotheismus. Er führte das Judentum durch sein öffentliches, vermittelndes Wirken aus dem Getto-Dasein heraus und blieb - bei aller Freiheit, die er in der Religionsausübung allgemein zugestand - seinem angestammten jüdischen Glauben treu.

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