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Friederike Caroline Neuber
geb. Weißenborn; genannt Neuberin geb. 8.3.1697 Reichenbach/Vogtland gest. 30.11.1760 Laubegast bei Dresden Biographie Friederike Caroline Neuber, deren Name untrennbar mit der Reform der deutschen Bühne im 18. Jhd. verbunden ist, verbrachte ihre Jugendzeit in Unstimmigkeiten mit ihrem Vater, einem angesehenen Notar. 1717 gelang ihr die Flucht aus dessen Haus. Gemeinsam mit ihrem Bräutigam Friedrich Neuber schloss sie sich der Spiegelbergschen Wandertruppe in Weißenfels an. Nach der Heirat 1718 in Braunschweig spielte das Ehepaar Neuber bei der angesehenen Elenson-Haakschen Schauspielergesellschaft. In ihren Bestrebungen, das Theater der Wandertruppen zu reformieren, wurde Neuber von ihrem Kollegen Friedrich Kohlhardt unterstützt. 1724 lernte sie Johann Christoph Gottsched kennen, als die Elenson-Haake-Hofmannsche Truppe zur Leipziger Messe auftrat. 1727 gründete sie ihre eigene Truppe. Die Schauspielerin war somit auch zur Prinzipalin geworden, die mit Gottsched zusammenarbeitete. Dieser verordnete dem deutschen Theater in zahlreichen Schriften eine strenge Literarisierung; die französische Klassik wurde zum Vorbild. Mit der Übersetzung von Racines Iphigenia und Corneilles Cid wurde begonnen; gelehrte, französische Tragödien wurden ins Repertoire der Neuberschen Truppe übernommen. Neuber übersetzte und schrieb selbst literarisch gehobene Dramen und kämpfte für die Anerkennung des Schauspielerstandes. Sie schulte ihre Truppe moralisch wie künstlerisch. 1731 wurde Gottscheds Mustertragödie Der sterbende Cato von der Neuberschen Truppe in Leipzig aufgeführt. Neuber entwickelle (Werbe-)Strategien, um ihre Reformideen umzusetzen. So gab sie im Prolog die notwendigen Erklärungen für das nachfolgende Stück. Bei ihrem Frankfurter Gastspiel im Herbst 1736 ließ sie gedruckte Auszüge der Abhandlung von Johann Friedrich May Über die Schaubühne an reiche Familien verteilen. Potentielle Besucher sollten über den Nutzen der Schaubühne unterrichtet werden. Ihre Reformpläne scheiterten jedoch nicht zuletzt an den pedantisch-lehrhaften Stücken Gottscheds. Die berühmte "Verbannung des Harlekins" ist von Lessing später als "die größte Harlekinade" am Theater bezeichnet hat. Obgleich die Neubersche Truppe in Dresden bei Hof aufgetreten war und ein sächsisches Privileg ihr ein bevorzugtes Auftrittsrecht in Leipzig einräumte, erwuchs ihr durch die Truppe des Harlekins Joseph Ferdinand Müller eine mächtige Konkurrenz. Als die Neubersche Truppe 1739 in Hamburg auftrat, bevorzugte das Publikum die Darbietungen und Belustigungen anderer Komödianten und Schausteller. Verbittert verabschiedete sich Neuber mit Schmähreden und folgte 1740 einer Einladung der Zarin Anna nach St. Petersburg. Auch nach dem Bruch mit Gottsched (1741) setzte sie ihre Reformpläne fort. Ins Repertoire aufgenommen wurden nun auch die Lustspiele Christian Fürchtegott Gellerts. 1748 wurde Lessings Der junge Gelehrte aufgeführt. Doch der Erfolg blieb weiterhin aus, und Neuber musste ihre Truppe 1755 auflösen. Die Auswirkungen des Siebenjährigen Kriegs überschatteten ihre letzten Lebensjahre. Erst im Nationaltheater sollte die von Gottsched und Neuber begonnene Theaterreform ihre Erfüllung finden. Zur Person im WWW
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