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      Christian Thomasius
geb. 1.1.1655 Leipzig
gest. 23.9.1728 Halle / Saale

Biographie

Nach Philosophie- und Jurastudium hielt Christian Thomasius ab 1681Vorlesungen an der Leipziger Universität, 1687 erstmals in deutscher Sprache. Im gleichen Jahr begründete er die Monatsgespräche, die erste gelehrte Monatsschrift in deutscher Sprache, die ihm in seinem Kampf für geistige Unabhängigkeit, Urteilsbereitschaft und gegen Mystizismus sowie Hexenwahn zur Waffe wurde.

Wegen seiner Angriffe auf die erstarrten Regeln der Theologie musste er 1690 die Flucht ergreifen und fand 1694 an der neugegründeten Hochschule in Halle einen günstigeren Wirkungskreis.

Als ein wichtiger Wegbereiter der Aufklarung verlangte Thomasius ein Gesetzeswerk, das sich auf das Naturrecht und den gesunden Menschenverstand stützte. Vom Staat erwartete er, dass dieser alle Bürger zufrieden stellte. Demzufolge kämpfte Thomasius - teilweise mit Erfolg - gegen Intoleranz, blinden Autoritätsgehorsam, Folterstrafen sowie Aber- und Hexenglauben.

Werke sind u.a.: Einleitung und Ausübung der Vernunftlehre (1691); Fundamenta iuris naturae et gentium ex sensu communi deducta (1705); Höchstnöthige Cautelen welche ein Studiosus Juris ... zu beobachten hat (1710).

Werke im Original

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