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      Christian Freiherr von Wolff
geb. 24.1.1697 Breslau
gest. 9.4.1754 Halle / Saale

Biographie

Nach einem vielseitigen Studium lehrte Christian Freiherr von Wolff 1706 als Professor der Philosophie und Mathematik in Halle sein von unerschütterlicher Folgerichtigkeit bestimmtes philosophisch-enzyklopädisches Schulsystem des deutschen Rationalismus.

Unter dem Vorwurf des "Determinismus" und der Religionsfeindlichkeit ausgewiesen, lehrte er ab 1723 in Marburg und kehrte - von Friedrich dem Großen gerufen - 1740 als Dozent für Natur- und Völkerrecht nach Halle zurück.

Als Hauptvertreter des Rationalismus zeigte sich Wolff neben Descartes vor allem von Leibniz beeinflusst, dessen Philosophie er in systematisierter und popularisierter Form schulmäßig und in deutscher Sprache darstellte. Er übertrug in diesem Zusammenhang die mathematische Methodik auf alles wissenschaftliche und damit auch philosophische Denken, um so einen allgemeinen Standard von Logik und Gewissheit zu erreichen. Die Philosophie selbst unterteilte er dabei unter strenger Trennung von der kirchlichen Theologie in den theoretischen Teil der Ontologie, Kosmologie, Psychologie und natürlichen Theologie sowie in den praktischen Teil der Ethik und Staatslehre. Wolff stellte eine noch heute gültige deutsche philosophische Fachterminologie auf und hatte mit seinen Schülern, den "Wolffianern", großen Einfluss auf das Geistesleben der Aufklärung.

Einige seiner zahlreichen, sprachlich meisterhaften Abhandlungen sind "Vernünfftige Gedanken von den Kräften des menschlichen Verstandes" (1713), "Vernünfftige Gedanken von Gott, der Welt und der Seele des Menschen" (1720), "Vernünfftige Gedancken von der Menschen Tun und Lassen" (1720), "Vernünfftige Gedanken von den Wirkungen der Natur" (1723) und "Vernünfftige Gedanken von den Absichten der natürlichen Dinge" (1724), "Philosophia prima sive Ontologia" (1730).

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