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      Christian Hofmann von Hofmannswaldau
geb. 25.12.1617 Breslau (Schlesien)
gest. 18.4.1679 ebenda

Biographie

Christian Hofmann von Hofmannswaldau stammte aus einer angesehenen Breslauer Familie und verlebte eine ruhige Kindheit und Jugend, da seine Geburtsstadt von den Wirren des Dreißigjährigen Krieges verschont blieb. Er besuchte das Elisabeth-Gymnasium und das Akademische Gymnasium in Danzig (1636-38), wo er den berühmten Schriftsteller und Theoretiker Martin Opitz kennenlernte und von ihm zum Dichten angeregt wurde.

Nach dem Studium der Jura und Philologie in Leiden (1638-39), wo er mit Andreas Gryphius zusammentraf, führte ihn eine weitläufige Bildungsreise über Holland, England, Frankreich und Italien 1646 wieder zurück nach Breslau. Dort heiratete er (1643), offenbar unter sanftem väterlichem Druck, und widmete sich zunächst seinen literarischen und wissenschaftlichen Interessen. 1647 wurde er dann in den Rat der Stadt gewählt, dem er bis zu seinem Tod 1679 mit den verschiedensten Aufgaben angehörte, zuletzt als dessen Vorsitzender. Mehrmals trat er Verhandlungsreisen nach Wien an; 1657 wurde er zum Kaiserlichen Rat ernannt. - Christian Hofmann von Hofmannswaldau genoss einen ausgezeichneten Ruf in Breslau und trug durch Veranstaltungen in seinem Haus zum kulturellem Leben seiner Heimatstadt mit bei. Er galt als Mittelpunkt eines Dichterkreises, den man die Zweite Schlesische Schule nannte (unter deren Mitgliedern auch Daniel Casper von Lohenstein).

Bedingt durch seine beruflichen Verpflichtungen, verfasste Hofmannswaldau ab 1647 nur noch wenige Werke; die meisten seiner literarischern Arbeiten entstanden in den vierziger Jahren, darunter die Poetischen Grab-Schrifften (1643), der größte Teil seiner Lyrik sowie Übersetzungen. Seine sowohl religiöse als auch weltliche Lyrik enthält das ganze Spektrum barocker Lebensäußerung: melancholische Weltverleugnung ebenso wie erotisch-frivole Liebessonette oder witzige Oden; Gedanken über das rechte Leben und Handeln ebenso wie Bejahung sinnlichen Genusses.

In späteren Jahren entstanden dann

  • die Übersetzung von Giovanni Battista Guarinos berühmtem Gedicht Il Pastor fido (Der getreue Schäfer), 1652;
  • Helden-Briefe, 1664; fiktive Briefwechsel, die der Wirkung der Liebe gewidmet sind, in extravagantem, laszivem Stil verfasst.

Werke im Original


     
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