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Friedrich von Logau: Epigramme und Lyrik
Epigramme:
Lyrik:
Epigramme
Die letzte Brunst der Welt
Vnsre Welt ist Schläge-faul
Setzt sich wie ein stätig Gaul!
Wil sie Gott zu Stande bringen
Muß er sie mit Feuer zwingen.
Jene Welt ertranck durch Flut /
Diese Welt erfodert Glut.
Lebens-Satzung
Leb ich / so leb ich!
Dem Herren hertzlich;
Dem Fürsten treulich;
Dem Nechsten redlich;
Sterb ich / so sterb ich!
Deß Landes Leichendienst
Das Land ist leider tod! drum wird es nun begraben.
Die Städte / sind der Pfarr / die zum Gedächtnüß haben
Die Spolien davon: Soldaten sind die Erben
Die erben eh man stirbt / jhr Erb ist vnser sterben.
Redligkeit
Wer gar zu bieder ist / bleibt zwar ein redlich Mann
Bleibt aber wo er ist / kümmt selten höher an.
Beyderley Adel
Kunst vnd Tugend / machet Adel; Adel machet auch / das Blut;
Wann sie beyde sich vermählet / ist der Adel noch so gut:
Adel / den die Kunst gebieret / hat gemeinlich diesen Mut /
Daß er mehr für Geld als Ehre / jmmerzu das seine thut.
Auff Glissam
Glissa lieset gern in Büchern; Arndt / jhr liegt dein Paradiß
Stets zur Hand / doch für den Augen deine Biebel / Amadiß.
Ein unruhig Gemüte
Ein Mühlstein und ein Menschen-Herz wird stets herumgetrieben:
Wo beides nicht zu reiben hat, wird beides selbst zerrieben
Fürsten-Geschenke
Fürsten-Gaben sind wie Bäche / stürzen immer gegen Thal /
Treffen so nur / wie sie treffen / ohngefehr und ohne Wahl.
Gefangene
Schwerlich theten so viel Schaden / die in Fesseln sind gefangen /
Als die offt auff Stülen sitzen und mit göldnen Ketten prangen.
Enderung des Sinnes
Es ändern sich die Leut / es ändert sich die Zeit;
Zum trauren dienet diß / zur Freude jenes Kleid:
Man ändre gleich den Pfeil / wann nur verbleibt das Ziel /
Wann dieses wird erreicht / der Pfeil sei wie er will.
Glauben
Luthrisch / Päbstisch und Calvinisch / diese glauben alle drey
Sind vorhanden; doch ist Zweiffel / wo das Christenthum dann sey.
Lyrik
Friedrich von Logau - Die schamhafte Zeit
Sie sei sonst, wie sie will, die Zeit,
So liebt sie doch Verschämlichkeit:
Sie kann die Wahrheit nackt nicht leiden,
Drum ist sie emsig, sie zu kleiden.
Friedrich von Logau - Menschliches Elend
Alsbald ein neues Kind
die erste Luft empfindt,
so hebt es an zu weinen;
die Sonne muß ihm scheinen
den viermal zehnten Tag,
eh' als es lachen mag.
O Welt, bei deinen Sachen
ist Weinen mehr als Lachen.
Friedrich von Logau - Trost
Weißt du, was in dieser Welt
Mir am meisten wohlgefällt?
Dass die Zeit sich selbst verzehret
Und die Welt nicht ewig währet.
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