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      Friedrich von Logau
geb. Juni 1604 Brockuth bei Nimptsch (Schlesien)
gest. 24.7.1655 Liegnitz

Biographie

Friedrich von Logau stammte aus altem schlesischen Adelsgeschlecht. Sein ungewöhnlich langer Schulbesuch in Brieg von 1614 bis 1625 erklärt sich aus den Wirren des Dreißigjährigen Kriegs, die immer wieder Unterbrechungen verursachten. Nach Abschluss eines Studiums der Rechte (1625-31) in Altdorf und Frankfurt a.d. Oder übernahm er das völlig verwahrloste und verwüstete, wenig einträgliche Familienanwesen, trat aber gleichzeitig - wohl auch aus finanziellen Erwägungen - in den Dienst der Herzöge von Brieg und Liegnitz. 1644 wurde er zum Rat ernannt, 1654 wechselte er im Zug einer Erbteilung nach Liegnitz über.

Seinen Ruhm als Epigrammatiker begründete er mit zwei Sammlungen, die er unter dem Pseudonym Salomon von Golaw herausgab: Zwey Hundert Teutscher Reimen-Sprüche (1638) und Deutscher Sinn-Getichte Drey Tausend (1654). Ab 1648 war Logau schon Mitglied der »Fruchtbringenden Gesellschaft« (als »Der Verkleinnernde«).

Die Maßstäbe für seine kritisch-satirische Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Wirklichkeit nahm Logau aus einer idealisierten Vergangenheit, einer statischen, hierarchisch gegliederten Welt, in der noch die »alten deutschen Tugenden« wie Treue, Redlichkeit und Frömmigkeit herrschten, in der die neue »politische« Moral noch keinen Platz hatte. Vor dem Hintergrund der (so verklärten) altständischen Gesellschaft beurteilte er Ereignisse, Institutionen und menschliches Verhalten der Gegenwart, wandte er sich gegen Neuerungen und verteidigte das Überkommene, trat er für religiöse Toleranz ein. Der Klage über das Leben am Hof und die Anmaßung der Städte und Bürger stellte der Hofmann die Sehnsucht nach dem Landleben gegenüber und griff zur alten Gattung des Landlobs, um ein Gegenbild zur lasterhaften Welt des Hofes und der Stadt zu entwerfen.

Werke im Original

Epigramme:

Lyrik:
     
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