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      Albrecht von Johansdorf:
Wie sich minne hebt daz weiz ich wol

Wie sich minne hebt daz weiz ich wol;
wie si ende nimt des weiz ich niht.
ist daz ich es inne werden sol
wie dem heræen herzeliep geschiht,
sô bewar mich vor dem scheiden got,
daz wæn bitter ist.
disen kumber fürhte ich âne spot.

Swâ zwei herzeliep gefriundent sich
unde ir beider mmne em triuwe wirt,
die sol niemen scheiden, dunket mich,
al die wîle unz si der tôt verbirt.
wær diu rede mîn, ich tæte alsô:
verlüre ich mînen friunt,
seht, sô wurde ich niemer mêre frô.

Der ich diene und iemer dienen wil,
diu sol mîne rede vil wol verstân.
spræche ich mêre, des wurd alze vil.
ich wil ez allez an ir güete lân.
ir genâden der bedarf ich wol.
und wil si, ich bin vrô;
und wil si, so ist mîn herze leides vol.

Übertragung ins Neuhochdeutsche:

Wie Liebe anfängt, das weiß ich wohl; wie sie endet, davon weiß ich nichts. Sollte ich dessen innewerden, wie dem Herzen Herzensglück widerfährt, so bewahr' mich Gott vor dem Scheiden, das mir so bitter scheint. Diesen Kummer fürchte ich wirklich.

Wo zwei einander im Herzen Freund werden und ihrer beider Liebe zu einer Treue wird, die soll niemand scheiden, meine ich, solange sie der Tod verschont. Beträfe es mich, dann ginge es mir so: Wenn ich meine Geliebte verlöre, seht, so würde ich nie mehr froh.

Der ich diene und immer dienen werde, die wird meine Worte sehr gut verstehen. Spräche ich mehr, es wäre allzuviel. Ich will das alles ihrer Güte anheimstellen. Ihrer Zuneigung bedarf ich wohl. Und will sie, so bin ich fröhlich, und will sie, so ist mein Herz Leides voll.


     
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