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Meister Eckhart
geb. um 1260 in Hochheim/Gotha
gest. April 1328 in Avignon
Biographie
geb. um 1260 als Ritter von Hochheim Gotha; Dominikaner in Erfurt, Magister in Paris, ab 1302 Magister der Theologie in Paris und später Leiter der Ordensprovinz Sachsen.
Der Erzbischof von Köln erhebt 1326 gegen Eckhart Anklage wegen des Verdachts auf Häresie; er muss sich in mehreren Inquisitionsprozessen rechtfertigen, zuletzt in Avignon, wo er noch vor Verkündung des Urteils stirbt.
Papst Johannes XXII verurteilt 1329 26 Sätze aus seinen Schriften als ketzerisch, darunter die Lehre von der Willenlosigkeit des Menschen und seiner Einheit im Zustand der Gnade mit dem Gottmenschen Christus. - Seine Gottesauffassung, Seelenlehre und These von der Gottesgeburt in der Seele wurden dagegen anerkannt.
Eckart unternimmt zum ersten Mal in der deutschen Literaturgeschichte den Versuch, Theologie und Philosophie in deutscher Sprache darzustellen (s.u.). Starke Wirkung auf zeitgenössische Sprache und Literatur; sein Werk wird aber erst im 19. Jahrhundert "wiederentdeckt".
Lateinische Schriften (nur teilweise
überliefert):
Kommentare, Sermone, Abhandlungen, Rechfertigungsschriften
Deutsche Schriften:
Reden der Unterscheidung
Buch der göttlichen Tröstung
Von dem edlen Menschen
Predigten
Hauptinhalt: Einheit und Einigung der Seele mit Gott, Abgeschiedenheit
von allem Irdischen als Voraussetzung; Läuterung des Menschen im sittlich-sozialen
Handeln; völlige Gelassenheit und Ruhe in Gott als letztes Ziel.
Kraft der Sprache: neue Worte und Begriffe; Gleichnisse; bedeutungsvoll
für die Entwicklung der deutschen Prosa. Antithesen, paradoxe Wendungen.
Gipfel der spekulativen Mystik in Deutschland; Vereinigung von mystischer
Ergriffenheit und spekulativem Geist. - Große Wirkung auf die spätere
Mystik und Philosophie bis in die neueste Zeit.
Werke im Original
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