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Hartmann von Aue
um 1170 - um 1215
Biographie
Schwäbischer Ritter, einem Ministerialengeschlecht entstammend; gelehrte Bildung, Belesenheit; Teilnahme wahrscheinlich am dritten Kreuzzug unter Mitwirkung Friedrich I. Barbarossas 1189-1192 (nach Meinung anderer Teilnahme am vierten Kreuzzug 1197); Verbindung von geistlicher Poesie und Ritterdichtung. Schöpfer des idealistischen deutschen Romans; Pflege der Form; Erziehung zur "mâze" und "staete". Festigung des höfischen Epenstils; Vorbild für
Gottfried von Straßburg.
Minnelieder (lyrische Dichtungen zwischen
1190-98):
Abkehr vom herkömmlichen Minnesang; Bekenntnis zur niederen Minne;
nach Kreuzzugserlebnis Wendung von der irdischen zur himmlischen Minne.
1. Lieder an eine Jugendgeliebte; ernster Ton
2. Lieder an eine neue Geliebte, wahrscheinlich einfachen Standes ("niedere
Minne"); schalkhaft, anmutig.
Kreuzlieder (3; 1196-98):
dichterisch die wertvollsten; Wendung von der irdischen zur himmlischen
Minne.
Das Büchlein (um 1190, wahrscheinlich
nach französischer Vorlage): Minneklage und Minnelehre in Form eines
Streitgedichts; Dialog zwischen Leib und Herz über die Hartherzigkeit
der Geliebten und die Mühsal der Minne; Belehrung des Leibs über
die Tugenden der Minne. Anklänge an die "Visio Fulberti" (Streit zwischen
Leib und Seele über die Schuld an der Sünde).
Werke im Original
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