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      Der Kürenberger: Zwei Frauenstrophen Ich zôch mir einen valken

in der Manessischen Liederhandschrift in "moderner" Textgestalt
Ich zôch mir einen valken   mêre danne ein jâr.  
dô ich in gezamete   als ich in wolte hân 
und ich im sîn gevidere   mit golde wol bewant, 
er huop sich ûf vil hôhe  und floug in anderiu lant.

Sît sach ich den valken   schône fliegen: 
er fuorte an sînem fuoze   sîdîne riemen, 
und was im sîn gevidere   alrôt guldîn. 
got sende si zesamene   die gerne geliep wellen sin!

Ich stuont mir nehtint spâte

"Ich stuont mir nehtint spâte an einer zinne,
dô hört ich einen rîter vil wol singen
 in Kürenberges wîse al ûz der menigîn.
er muoz mir diu lant rûmen, alder ich geniete mich sîn."

"Nu brinc mir her vil balde mîn ros, mîn îsengewant,
wan ich muoz einer vrouwen rûmen diu lant,
diu wil mich des betwingen, daz ich ir holt sî.
si muoz der mîner minne iemer darbende sîn."
     
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