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      Hans Folz
auch Hanns, Folcz, Follcz, Foltz, Volz
geb. ca. 1450 Worms
gest. Anfang 1513 Nürnberg.

Biographie

Nach eigener Angabe stammte Folz aus Worms. Spätestens seit 1479 lebte er als Barbier und Meister der Wundarzneikunst in Nürnberg. Seine Schriften verraten beachtliche Kenntnisse auch in Spezialgebieten der akademischen Medizin. 1509 unternahm er den vergeblichen Versuch, einen Platz im Nürnberger Augustinerkloster als Alterssitz zu bekommen. Er war literarisch gebildet und beherrschte die lateinische Sprache.

Als Dichter war Folz wohl mehr aus eigenem Antrieb tätig, wenngleich Teile des umfangreichen Werkes und selbst Meisterlieder nach Auftragsarbeit aussehen. Fast alle seine Werke (mit Ausnahme der handgeschriebenen Meisterlieder) erschienen in seiner eigenen Druckwerkstatt, die meisten davon zwischen 1479 und 1488.

Neben Sprechdichtungen in Reimpaaren (Sprüchen) medizinisch-naturwissenschaftlichen Inhalts, darunter ein Traktat über die Pest, verfasste er andere mit ökonomischen, moralischen oder katechetischen und dogmatischen Überlegungen und Anweisungen; weitere gehören dem Typ der Minnerede, dem historisch-politischen oder dem volkstümlich-scherzhaften Genre (Klopfan, Rätsel u.a.) an.

Für Folz’ kunstfertig gestaltete Fastnachtspiele, von denen 7 namentlich für ihn bezeugt sind, ist "Salomon und Markolf" (Bearbeitung des Volksbuches, spätestens 1494) beispielhaft. Mit Anzeichen sozialer Stellungnahme, handlungsförderndem Dialog, Plastizität der Personen. Hereinnahme realer Zeit und Gewinn an innerer Wahrscheinlichkeit leitet es zum Typus des Hans Sachs über. Tanzschlüsse binden Folz’ Spiele ins Fastnachtstreiben zurück.

Großes Talent zeigt Folz in den Erzählungen, vor allem in den 19 im sprachlichen Kolorit derben Schwankmären ("u.a. Von einem Wirtsknecht und der Hausmeit"). Mehr noch als in den Spielen besitzt Folz hier einen sicheren Blick für die Möglichkeiten szenischer und dramatischer Ballung.

Unter seinem Namen werden fast 100 Meisterlieder herausgegeben, darunter einige, in denen das Dogma von der Alleingültigkeit der Töne (Versschema und Melodie zugleich) der "zwölf alten Meister" angefochten wird; das Entstehen zahlreicher neuer Töne im Meistergesang wie auch im weltlichen Kunstlied ist vermutlich die Folge. Im fürwurf (Herausforderung zum Sangeswettstreit) zeigt Folz, eine streitbare Natur von ausgeprägtem Auftrags- und Selbstbewusstsein, die Fähigkeit zu ironischer wie aggressiver Polemik, deren schlagkräftige Pointen bis zum Fäkalischen gehen. Die Liedtypen Bispel, Minnerede und Tagelied bestätigen seine erzählerischen Gaben. In der Mehrzahl dienen die Meisterlieder dem Marienpreis und - teilweise in selbständiger Umsetzung epigonaler Mystik - der geistlichen Unterweisung.

Folz gilt als einer der vielseitigsten und produktivsten Handwerkerdichter des 15. Jahrhunderts. Auch der größere Nachfahr Hans Sachs bezeichnet ihn als "durchleuchtig poet".

Werke im Original


     
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