| 1483 |
10. November: Geburt in Eisleben.
Vater Hans Luder (gest. 1530), Berghauer/Hüttenmeister
Mutter Margarete, geb. Lindemann aus Eisenach (gest. 1531). |
| 1484 |
Übersiedlung der Familie nach Mansfeld. |
| 1488 |
Am Gregoriustag Einschulung in die Mansfelder Lateinschule. |
| 1497 |
Besuch der Domschule der "Brüder vom gemeinsamen Leben" (Null-Brüder) in Magdeburg. |
| 1498 |
Zögling an der Pfarrschule St. Georgen in Eisenach, Unterkunft im Cotta'schen Haus. |
| 1501 |
Mai: Beginn des Studiums der Freien Künste an der Universität Erfurt.
In die Matrikel eingetragen als "Martinus ludher ex Mansfeld". |
| 1502 |
September: Bakkalaureatsprüfung (Bakkalaureus der Freien Künste), Lehrverpflichtungen in Grammatik, Logik und Rhetorik. |
| 1505 |
7.Januar: Beendigung des philosophischen Studiums mit der Magisterprüfung (Magister artium).
19. Mai: Beginn des juristischen Studiums.
2. Juli: Auf dem Rückweg von Mansfeld gerät er in Nähe des Dorfes Stottenheim in ein heftiges Gewitter. In Todesangst ruft er die Heilige Anna an und fügt folgendes Gelübde an: "Hilf Du, heilige Anna, ich will ein Mönch werden".
16. Juli ( Alexius-Fest): Eintritt als Novize in das "Schwarze Kloster" der Augustiner-Eremiten in Erfurt. |
| 1506 |
Aufnahme in den Orden nach Ablegung des Gelübdes ("Armut, Keuschheit und Gehorsam gegenüber den Ordensvorderen"). |
| 1507 |
27. Februar: Diakonatsweihe.
3. April: Priesterweihe im Erfurter Marien-Dom.
2. Mai: Primiz (Erste Messe).
Im Sommer: Beginn des Theologiestudiums. |
| 1508 |
Übersiedlung nach Wittenberg, philosophische Vorlesungen, Bibelstudium bei Johann von Staupitz (Generalvikar der deutschen Augustiner-Eremiten). |
| 1509 |
9. März: Erster theologischer Grad "baccalaureus ad biblia".
Oktober: Rückkehr nach Erfurt. |
| 1510 |
November: Reise nach Rom als Begleiter von Pater Nathin zu Verhandlungen in Ordensangelegenheiten. |
| 1511 |
September: Versetzung nach Wittenberg, erste theologische Vorlesungen . |
| 1512 |
Subprior des Augustinerkonventes.
19. 0ktober: Promotion zum Doktor der Theologie in der Schlosskirche. Ubernahme der Professur für Bibelexegese (= Bibelauslegung). |
| 1514 |
Predigtauftrag an der Stadtkirche zu Wittenberg. |
| 1515 |
1. Mai: Distriktvikar für die zehn Augustinerkonvente in Meißen und Thüringen. |
| 1516 |
April bis Juni: Visitation der ihm unterstellten Klöster. |
| 1517 |
31. Oktober (Tag vor Allerheiligen): Luther wendet sich gegen den Ablasshandel und formuliert in lateinischer Sprache 95 Thesen über Ablass und Gnade, mit denen er zu einem akademischen Streitgespräch auffordert. Er schickt sie u.a. auch an Kardinal Albrecht und an den zuständigen Oberhirten der Diözese, Bischof Hieronymus Schulz.
Dezember: Öffentliche Verbreitung der Thesen in ganz Deutschland. |
| 1518 |
21. April bis 1. Mai: Disputation im Heidelberger Augustinerkonvent.
Juni: Luther wird durch Kardinal Albrecht von Mainz in Rom offiziell angezeigt. Papst Leo X. reagiert und eröffnet ein Verfahren gegen ihn. Er soll vor das Inquisitionsgericht in Rom. Doch Kurfürst Friedrich lll. (der Weise) schützt den Professor seiner Universität und erreicht, dass er in Augsburg durch Kardinal Thomas Cajetan verhört wird.
Die erste der reformatorischen Hauptschriften erscheint in deutscher Sprache: "Sermon von den guten Werken".
12. bis 14. Oktober: Im Fuggerhaus zu Augsburg ermahnt der Bevollmächtigte der Kurie (Cajetan) Luther, seine Irrtümer zu widerrufen. Aber er bleibt bei seiner Meinung.
20. Oktober: Flucht aus Augsburg. |
| 1519 |
12. Januar: Kaiser Maximilian stirbt.
Januar: Unterredung mit dem kurialen Kammerherrn Karl von Miltitz in Altenburg. Auch nach diesem Gespräch widerruft Luther nicht.
27. Juni bis 16. Juli: Disputation in Leipzig um den Ablass und die römische Kirche mit den Theologen Johann Eck und Karlstadt. Eck reist nach Rom, um sich für Luthers Ausschluss aus der Kirche einzusetzen .
28. Juni: König Karl I. von Spanien aus dem Haus Habsburg ist neuer Kaiser des "Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation". Er nennt sich selbst Karl V. und hat eine Bestechungssumme von 852000 Gulden an die Kurfürsten gezahlt. |
| 1520 |
15. Juni: Papst Leo X. droht mit dem Kirchenbann "Exsurge Domini". Luther soll innerhalb von 60 Tagen seine Schriften widerrufen.
10. Dezember: Luther zieht mit Bürgern und Studenten vor das Elstertor in Wittenberg. Hier verbrennt er die Bannandrohungsbulle und die päpstlichen Gesetzbücher.
Luther verfasst drei Schriften:
August: An den christlichen Adel deutscher Nation: Von des christl. Standes Besserung
Oktober: Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche
November: Von der Freiheit eines Christenmenschen |
| 1521 |
3. Januar: Kirchenbann "Decet Romanum pontifecem" (Ausschluss aus der römischen Kirche)
6. März: Vorladung vor den Reichstag der deutschen Fürsten und Stände nach Worms.
26. März: Reichsherold Kasper Sturm überbringt das Vorladungsschreiben .
3. April: Aufbruch nach Worms. ("Ich will hinziehen, wenn gleich so viel Teufel darin wären als Ziegel auf den Dächern.")
16. April: Ankunft in Worms.
17. April: Im Bischofspalast vor dem Reichstag soll er seine Schriften widerrufen.
18. April: Er fordert Kaiser, Fürsten, Stände und überhaupt alle auf, ihn aus der Heiligen Schrift zu widerlegen, denn er sei ein irrender Mensch. Abermals zu einem Widerruf aufgefordert, entgegnet Luther:
"Da Eure Majestät und Eure Herrlichkeiten eine schlichte Antwort von mir heischen, so will ich eine solche ohne alle Hörner und Zähne geben: Wenn ich nicht durch Beweise aus der Schrift oder klare Vernunftsgründe überzeugt werde - denn weder dem Papst noch den Konzilien allein glaube ich, da es am Tage ist, dass sie öfter geirrt und sich selbst widersprochen haben - so bin ich durch die Stellen der Heiligen Schrift, die ich angeführt habe, überwunden in meinem Gewissen und gefangen in dem Wort Gottes. Daher kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist. Gott helfe mir. Amen!"
Die Reichsstände setzen eine Kommission ein, die nochmals mit Luther verhandeln soll. Doch der gebannte Ketzer beugt sich nicht.
26. April: Abreise aus Worms.
25. Mai: "Wormser Edikt". Auf den 8. Mai datiert, soll es den Eindruck erwecken, als sei die Reichsacht mit Mehrheitsbeschluss verhängt worden.
"Wir erklären den Martin Luther als ein von Gottes Kirche abgetrenntes Glied und als einen offenbaren Ketzer. Wir gebieten euch allen, dass ihr den Luther nicht in euer Haus aufnehmt, ihm nichts zu essen und zu trinken gebt, ihn nicht mit Worten oder Werken öffentlich oder heimlich unterstützt, sondern, wo ihr euch seiner bemächtigen könnt, ihn gefangennehmt und uns ausliefert. Ferner gebieten wir euch, dass keiner des Martin Luther Schriften kaufe, verkaufe, lese, behalte, abschreibe, drucke oder drucken lasse, noch seiner Meinung zufalle, sie nicht halte, predige, beschirme..."
4. Mai: In der Nähe von (Bad) Liebenstein: Im Auftrag seines Kurfürsten Scheinüberfall und Entführung auf die Wartburg bei Eisenach. Hier lebt er, als Junker Jörg verkleidet, bis zum 6. März 1522.
Oktober: Luthers Klosterbruder Gabriel Zwilling, ruft in einer öffentlichen Predigt die Mönche zum Verlassen ihrer Klöster auf. 15 Mönche folgen der Aufforderung.
13. Oktober: Abschaffung der "Privatmessen" (ohne Beteiligung der Gemeinde).
4. Dezember: Heimlicher Besuch (drei Tage) in Wittenberg. Dort drängt ihn Philipp Melanchthon zur Übersetzung der Bibel.
In nur vier Monaten ist das "Neue Testament" aus dem Griechischen übersetzt und wird bei Melchior Lotter gedruckt. (Im September 1522 erscheint "Das neue Testament")
25. Dezember: Professor und Doktor der Theologie Karlstadt reicht in der Schlosskirche zu Wittenberg ohne Messgewänder Brot und Wein. |
| 1522 |
Religiöse Unruhen in Wittenberg.
6. März: Rückkehr von der Wartburg.
9.-16. März: Invokavitpredigten.
September: "Das Newe Testament Deutzsch" erscheint in einer Auflage von 3000 Exemplaren. Es enthält 22 Holzschnitte aus der Werkstatt Lucas Cranachs. Preis eineinhalb Gulden. |
| 1523 |
März: Schrift: "Von weltlicher Obrigkeit" .
Osternacht zum 4. April: 12 Nonnen flüchten aus dem Zisterzienserinnenkloster in Nimbschen bei Grimma. Darunter auch Katharina von Bora. |
| 1524 |
August: Ein deutsches Gesangbuch erscheint unter dem Titel "Geystliche gesangk Buchleyn. Tenor". (falsche Jahreszahl 1504!) |
| 1525 |
13. Juni: Einsegnung mit der ehemaligen Nonne Katharina von Bora durch Johann Bugenhagen, genannt Doktor Pomeranus. Die Trauzeugen: Justus Jonas, Pastor; Johann Apel, Professor für kanonisches Recht; Lukas Cranach mit Frau.
27. Juni: Trauung in der Wittenberger Pfarrkirche, anschließend "kleine freudige Hochzeitsfeier" im einstigen Schwarzen Kloster der Augustiner. (Der Magistrat von Wittenberg schenkt ein Riesenfass "Einbecker Bier") |
| 1526 |
"Deutsche Messe und Ordnung des Gottesdienstes".
25. Juni: Reichstag in Speyer, Ergebnis: "Jeder Stand solle in Sachen, die das Wormser Edikt betreffen, mit seinen Untertanen so leben, regieren und sich halten, wie er solches vor Gott und kaiserlicher Majestät hoffet und verantwortet". D.h. Karl V. kann sich nicht durchsetzen. |
| 1527 |
Das Hauptlied der evangelischen Christen "Ein feste Burg ist unser Gott" entsteht. |
| 1529 |
Zweiter Reichstag in Speyer: Die "katholische" Seite will die Beschlüsse von 1526 aufheben. Sechs evangelische Fürsten und 14 evangelische Reichsstädte sind aber dagegen. Sie reisen vorzeitig ab. Der Begriff "Protestanten" entsteht.
Herausgabe des "Kleinen Katechismus" (für Eltern und Lehrer) und des "Großen Katechismus" (für Pfarrer und Prediger).
1. bis 4. Oktober: "Marburger Religionsgespräche" wegen der Abendmahlfrage, u.a. mit Luther und dem schweizerischen Reformator Huldrych Zwingli. |
| 1530 |
16. April bis 13. Oktober: Aufenthalt auf der kursächsischen Veste Coburg.
20. Juni: Eröffnung des Reichstages in Augsburg.
25. Juni: Verlesung der ersten offiziellen Bekenntnisschrift der evangelischen Kirchen lutherischer Prägung: "Confessio Augustana".
3. August: Gegenschrift der katholischen Seite ("Confutatio"). |
| 1531 |
27. Februar: Gründung des "Schmalkalder Bundes der protestantischen Reichsstände" gegen die Machtansprüche des Kaisers und zur Förderung der Reformation. (Spätestens hier wird die Reformation eine politische Angelegenheit) |
| 1534 |
Erste Gesamtausgabe der Bibel: "Biblia / das ist die gantze Heilige Schrifft Deudsch" mit Illustrationen aus der Cranach-Werkstatt. |
| 1537 |
"Schmalkalder Fürstentage": Zusammenkunft von 18 Fürsten und 28 Reichs- und Hansestädten. Neben Luther als Oberhaupt nehmen 41 weitere führende Protestanten teil.
7. Februar: Ankunft mit großem Gefolge in Schmalkalden.
9. Februar: Predigt in der Stadtkirche. |
| 1539 |
Beginn der Revision der vollständigen Bibel durch Luther und seine Mitarbeiter.
Der erste Band einer Gesamtausgabe der Schriften des Reformators erscheint. |
| 1546 |
23. Januar: Abreise nach Eisleben, um einen Streit der beiden Mansfelder Grafen zu schlichten.
26. Januar: Halle, Frauenkirche: Predigt gegen den "Reliquienkram" des Erzbischofs Albrecht.
28. Januar: Weiterreise.
14. Februar: Schlichtung des Streites.
18. Februar: Morgens stirbt Martin Luther in Eisleben. In seinem Sterbezimmer liegt ein Zettel mit lateinischen Notizen. Darunter in deutscher Sprache: "Wir sind Bettler. Das ist wahr. 16. Februar anno 1546"
20.: Trauergottesdienst in der Andreaskirche in Eisleben. Trauerzug nach Halle.
21.: Trauerzug bis Kemberg/Kursachsen.
22.: Ankunft in Wittenberg, Aufbahrung und Beisetzung unter der Kanzel der Schlosskirche.
Die Grabplatte trägt die Inschrift:
"Hier liegt der Leib Martin Luthers Doktor der Theologie, welcher am 18. Februar 1546 in seiner Geburtsstadt Eisleben dem Tode erlag, nachdem er 63 Jahre, 2 Monate, 10 Tage gelebt hatte" |