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Johannes Reuchlin
geb. 22.2.1455 Pforzheim gest. 30.6.1522 Stuttgart Biographie Nach juristischen und philologischen Studien an mehreren europäischen Universitäten und ausgedehnten Reisen vor allem in Italien arbeitete Reuchlin als Diplomat, Rechtsanwalt, Richter und Professor der alten Sprachen in den verschiedensten süddeutschen Städten. Durch seine Vermittlung der griechischen und hebräischen Sprache - er gab 1506 die erste hebräische Grammatik heraus - sowie die Einbeziehung der jüdischen "Kabbala" in die Bibelforschung wurde er der führende Vertreter des mystisch und neuplatonisch ausgerichteten Humanismus in Deutschland. In einem Gutachten über hebräisches Schrifttum entschied sich Reuchlin 1510 nachdrücklich gegen den Antrag des getauften Juden Pfefferkorn, der zusammen mit den Dominikanern alle jüdischen Bücher vernichtet sehen wollte, und entfachte damit einen sich ausweitenden Gelehrtenstreit. Obwohl Gegner der Reformation, wurde Reuchlin 1520 vom Papst - allerdings folgenlos - verurteilt. Beispielhaft wirkten Reuchlins um 1500 verfasste neulateinische Schuldramen "Sergius", eine Satire, und "Henno", ein Schwank, den Hans Sachs 1531 durch eine deutsche Fassung populär machte. Werke im Original
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