Die Familie Gellhaus ...
... (auch: Gelhaus, Gelhauss, Gellhuss, Gelhus, Gelhues) ist katholisch und lässt sich im 18. Jhd. in den benachbarten Kirchspielen Visbek und Goldenstedt nachweisen. Gegen Ende des 18. Jhd. siedeln sich Johann Lüer Gellhaus und seine Frau Helena Gerding aus Ellenstedt in Aldrup bei Wildeshausen als Heuersleute an und gründen eine Familie:
Alle Kinder dieser Ehe wandern, offenbar nach und nach, in die USA aus, und hier bevorzugt in die Gegend von Cincinnati, Ohio. Das Schicksal von Otto (Gerhard Heinrich) Gellhaus kann anhand verschiedener Dokumente genauerer nachgezeichnet werden:
Otto Gerhard Heinrich kommt am 8. Juli 1821 in Aldrup zur Welt und wird am 14. Juli 1821 in der St.-Peter-Kirche in Wildeshausen getauft:
|
| Geburts- und Taufeintrag von Otto Gerhard Heinrich Gellhaus im Kirchenbuch der katholischen Gemeinde St. Peter, Wildeshausen, 8. und 14. Juli 1821. Als Taufpaten werden genannt: Otto Friederich Kuhlmann, Gerhard Heinrich Henning, Anna Christina Allers. |
1843 ist er unter dem Namen "Heinrich" zusammen mit seiner Schwester Anna Helena Elisabeth als Nr. 75 und 76 auf der ersten im Amt Wildeshausen erstellten Auswanderungsliste verzeichnet. Als "Gewerbe" ist angegeben: "Dienstknecht", bei seiner Schwester: "Dienstmagd":
|
| Nr. 75 und 76: Otto Gerhard Heinrich (=Hinr.) Gellhaus und Schwester Anna aus Aldrup auf der 'Liste der vom 1. July 1843 bis dahin 1846 aus dem Amte Wildeshausen ausgewanderten Personen'. Eine Altersangabe ist falsch: Otto ist zum Zeitpunkt der Auswanderung erst 22 Jahre alt. |
|
| Die Abfahrt der Bark "Bohl Bohlen" wird angezeigt in den "Bremer Wöchentlichen Nachrichten", No 111, Freitag, den 15 September 1843 |
Nach 52 Reisetagen, am 9. November 1843, erreicht die "Bohl Bohlen" mit 100 Passagieren an Bord den Hafen von Baltimore, Maryland. Otto und seine Schwester dürften aus Kostengründen wohl nicht in der "gräumigen und eleganten Cajüte", sondern in dem "hohen Zwischendecke" gereist sein:
|
| Nr. 74 und 75: Otto und Anna Gellhaus aus Aldrup auf der Passagierliste der Bark "Bohl Bohlen". Mit ihnen reist eine Gruppe von noch mindestens 12 weiteren Auswanderern aus Wildeshausen und Umgebung. Im Ausschnitt erkennbar: Nr. 73 G(erhard) Wolfgang; Nr. 77 Ch. Seppers (=Ch. Schwers?) und Nr. 78 Elisabeth Weber aus Wildeshausen sowie Nr. 76: Helene Bahrs aus Harpstedt. - Als Beruf ist jeweils aufgeführt: "Peasant" (Bauer). |
Von Baltimore führt sie der Weg weiter nach Cincinnati, Ohio, wohl deshalb, weil mindestens zwei weiterere Geschwister (Johann Berndt und Johann Hinrich) sich in dieser Gegend bereits aufhalten.
Drei Jahre später, 1846, heiratet Otto Gellhaus Katharina Rohe aus Oldenburg. Das Ehepaar hat 8 Kinder, von denen 1895 3 Söhne und 2 Töchter noch leben. Die Familie siedelt sich im Stadtteil Fairmont, 1794 Queen City Avenue, an. Dort versieht Otto etwa 40 Jahre lang seinen Dienst als Zolleinnehmer an der Mautstelle (toll collector at the tollgate). Er stirbt dort mit 74 Jahren am 22. November 1895. Sein Nachruf in der deutschsprachigen "Cincinnati Freien Presse" vom 24.11.1895 schildert ihn als treuen katholiken, der sich nicht nur beim Bau der Kirchen St. Johannes und St. Bonaventury in Fairmount, sondern auch in karitativen Stiftungen angagiert hat. Hervorgehoben wird auch sein glückliches Familienleben ohne materielle Probleme - der amerikanische Traum hat sich an ihm erfüllt:
| Nachruf auf Otto Gellhaus in der "Cincinnati Freie Presse", 24. November 1895: | |
|
Translated by Gustav and Charlotte Horn, Kingston, NY, on July 26, 1994 OTTO GELLHAUS (1821-1895) Again the cold hand of death has touched a brave and decent German Pioneer of Cincinnati. In his house, No. 1794 Queen City Avenue, Fairmount, Mr. Otto Gellhaus passed away at nine o'clock AM [November 22, 1895], well prepared for death. This same person was born in September 1821 in "Wildeshausen" in the Grand Duchy of Oldenburg and migrated in 1843 to America. In this country he selected, as did so many of his compatriots, Cincinnati as the permanent place to reside and they found a good "burger" [resident] in him. For about 40 years he held, in a scrupulous fashion, a position as a toll collector at the "Tollgate" in Fairmount. The deceased was a devoted Catholic and participated very seriously in the German Catholic efforts and goals. First, he was a member of St. Johannes congregation and was present when the first stone of the church was laid. Later on, he was a member of the St. Bonaventura congregation in Fairmount and, when the new church was built, he belonged to the building committee. For many years he was very active on the board of the D.M.K. "Gottsauder Association" as well as on the St. Aloysius Orphan Club, where he was for many years an active member of the Special Committee, willing to serve whenever needed. In the year 1846 he married his wife, Katherina Rohe, who survives him. His family life was a very happy one and very soon they would have had their Golden Anniversary, if it had not been decided by a higher authority. The couple had eight children of which three sons and two daughters are still alive. Four of the children are married, while the youngest [daughter] remained at the side of her mother in her house. Loved and honored by his family and without material problems, the deceased had a very happy life. The funeral will be held Monday morning after an 8:00 o'clock service in the St. Bonaventura Church for the soul of the deceased. The St. Bonaventura Men's Club, to which the deceased belonged for many years, will be represented at the burial. |
|
Am Montag, dem 25. November 1895, wird Otto Gellhaus auf dem St. Joseph's cemetery in Cincinnati beerdigt. Am 3. Juni 1900 stirbt auch seine Frau Katharina und wird auf der gleichen Grabstelle wie ihr Mann beigesetzt:
|
|
Die Inschriften auf dem Grabstein lauten:
|
Auf der gleichen Grabstelle sind auch andere Mitglieder der Familie beerdigt, u.a.:
- Sohn Heinrich
- Tochter Elisabeth Gellhaus Zimmermann
- Tochter Maria
- der jüngste Sohn Frank (Franz) J. Gellhaus und seine Frau Elizabeth Eckhardt Gellhaus.