Jüdisches Leben in Wildeshausen 1933-1940
| 30.01.1933 | Hitler kommt an die Macht. In Wildeshausen leben 20 Juden. |
| 01.04.1933 | Boykott jüdischer Geschäfte |
| Anfang 1935 | In einer Aktion wird für die Verbreitung des NS-Wochenblatts "Stürmer" gesorgt, das eine primitive Hetze gegen Juden betreibt. Auch in Wildeshausen wird ein "Stürmer"-Kasten aufgestellt, der nach der Wildeshauser Zeitung auch gut besucht wird. |
| Mitte 1935 | In Wildeshausen werden große Schilder und Transparente an den Ortseingängen aufgestellt mit der Aufschrift "Juden sind hier nicht erwünscht" oder "Juden betreten die Stadt auf eigene Gefahr". |
| Sommer 1935 | Viele nichtjüdische Bürger kritisieren die Hetze gegen die Juden im "Stürmer" |
| 15.09.1935 | Die nicht-jüdischen Einwohner Wildeshausens werden aufgefordert, jeden Kontakt zu Juden abzubrechen. |
| 14.10.1937 | In Oldenburg wird eine zweiklassige Schule für Juden eingerichtet. Zwei der Schüler (Ruth und Fritz de Haas) stammen auch aus Wildeshausen. |
| 1937-1938 | Der jüdische Viehmarkt wird "ausgeschaltet". In Wildeshausen sind davon Moritz und Carl de Haas betroffen, die von Viehhandel und Fleischgeschäft leben. Sie verkaufen ihr Hab und Gut für 3500 Reichsmark. |
| 26.04.1938 | Alle Juden müssen ihr Vermögen anmelden, sofern es mehr als 5000 Reichsmark beträgt. |
| 1938 | Kennzeichnung jüdischer Geschäfte. In Wildeshausen sind von dem Boykott Alfred Heinemann und Carl de Haas bzw. Moritz de Haas betroffen.- Nach 5 Jahren NS-Diktatur ist die jüdische Gemeinde personell geschrumpft und finanziell am Ende. Am 22. Oktober wird die Synagoge daher für 1500 Reichsmark an den Nachbarn, den Bäckermeister Johann Meyer, verkauft. |
| 09./10.11.
1938 |
Reichspogromnacht. Das ehemalige jüdische Bethaus in Wildeshausen wird trotz Protestes des neuen Besitzers zerstört. |
| Ende 1938 | Jüdische Bürger sind aus dem Geschäftsleben verdrängt ("Arisierung"). |
| Anfang 1939 | Verbleibende jüdische Ländereien werden für 1780 Reichsmark verkauft. |
| 01.09.1939 | Bei Ausbruch des 2. Weltkriegs leben nur noch 10 Juden in Wildeshausen. |
| Anfang 1940 | Im Reichsgebiet werden zwischen 20.000 und 30.000 Juden verhaftet. |
| 06.04.1940 | Als letzte Juden verlassen Alfred Heinemann und Golda Herzberg die Stadt Wildeshausen. |