Das Tagebuch des J.F.W. Wellmann

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Einführung

Buergerkriegssoldat
So ähnlich dürfte J.F.W. Wellmann als Freiwilliger im Amerikanischen Bürgerkrieg ausgesehen haben.
Im Herbst 1998 spielte mir der Zufall die Kopie des Tagebuchs eines mir bis dahin vollkommen unbekannten Menschen in die Hände. Dieser Mann, Johann Friedrich Wilhelm Wellmann, so erfuhr ich aus seinem Tagebuch, wandert 1859 über Bremen in die USA aus und lässt sich anfangs in Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio nieder. Als aber 1861 der amerikanische Bürgerkrieg ausbricht, meldet er sich bei der 10th Ohio Infantry als Freiwilliger und zieht mit dieser Einheit etwa 1 1/2 Jahre durch den Krieg. In dürren, erstaunlich emotionslosen Worten, in einem eher unbeholfenen Deutsch beschreibt er, was er sieht und wohin es ihn verschlägt. Im März 1863 endet das Tagebuch plötzlich von fremder Hand: Johann Friedrich Wilhelm Wellmann war erkrankt und in einem Lazarett in der Nähe von Murfreesboro in Tennessee gestorben.

Was mich bewogen hat, Näheres über diesen J.F.W. Wellmann herauszufinden, einen Mann, der nichts Großes vollbracht hat, der mit nicht ganz 27 Jahren in der Fremde starb, der keine direkten Nachkommen hinterließ und an den sich in seinem Heimatort heute niemand mehr erinnert, weiß ich nicht genau. Vielleicht war es gerade dies: die Herausforderung, ein bisschen Licht in das Dunkel einer Biographie zu bringen, die fast vergessen worden wäre? Oder das Interesse am Thema Auswanderung , das mich schon in anderem Zusammenhang beschäftigte?

Immer jedenfalls stand die Faszination am Forschen und an der Detektivarbeit im Mittelpunkt. Denn anfangs wusste ich so gut wie gar nichts über Ursprung und Schreiber des Tagebuchs. Es galt daher herauszufinden,

Dieses Web-Angebot beschreibt die bisherigen Erkenntnisse meiner Recherchen. All denjenigen, die mit dazu beigetragen haben, gilt mein besonderer Dank. Über Rückmeldungen, Verbesserungsvorschläge und Zusatzinformationen würde ich mich sehr freuen.

Wildeshausen (Landkreis Oldenburg), 26.11.2000