Die bekannteste Sehenswürdigkeit ...
... bei Wildeshausen ist das Pestruper Gräberfeld. Luftaufnahmen geben besonders die eindrucksvolle Einzigart und Schönheit des spätbronzezeitlichen Friedhofs, der auch in der frühen Eisenzeit noch von den Bewohnern der Umgebung benutzt wurde, wieder. Ca. 500 Grabhügel sind hier auf 39 ha aufgeschichtet, wovon besonders die so genannten Königshügel am Nordrand des Gräberfeldes und die geheimnisvollen Langhügel im mittleren Bereich herausragen.
Nachdem das Gelände des Gräberfeldes 1908 vom Staat Oldenburg gekauft (400 Mark pro Hektar) wurde, wurde es unter Natur- und Denkmalschutz gestellt. Bisher wurden erst ein Königshügel (1958) und ein Langhügel (1959) untersucht. Hierbei fand man in den aus Plaggen geschichteten Grabhügeln Urnengrabbestattungen, Scheiterhaufen- und Knochenlagerbestattungen.
Gerade zurzeit der Heideblüte ist das Gräberfeld besonders reizvoll. Jedoch kann diese Naturschönheit nur durch regelmäßige Schafhaltung vor zu starkem Bewuchs durch Birken und Kiefern geschützt werden. Leider lohnt sich die Schafhaltung kaum, so dass der Landkreis subventionieren muss.
Zu den Heideflächen von einst gehörten die Schafe und die Schafkoben. Denn die ländliche Wirtschaft war in der Hauptsache auf Schafhaltung begründet, und die Heideflächen bildeten die Nahrungsgrundlage für die Schafe. So hatte selbst ein mittlerer Landwirtschaftsbetrieb bis zum Beginn dieses Jahrhunderts Schafherden, bis zu 100 Tieren stark. So hatte er also auch Schafkoben. Das Fundament bestand aus Findlingen, die fest im Boden lagen und die das fast bis zur Erde herabgezogene Dach trugen. Die Lücken zwischen den großen Steinblöcken wurden mit kleineren Feldsteinen und Lehm ausgefüllt. Das Dach war mit Roggenstroh gedeckt; der First wurde besonders sorgfältig aus Heidekraut unter Zuhilfenahme von Holzsticken eingedeckt. In diesem Stall konnten die Schafe Schutz und Wärme finden. Im Abstand von ein paar Tagen fuhr der Bauer Heideplaggen in den Stall, die als Streu dienten und den Stall trocken hielten. Die mit Schafdünger durchsetzten Plaggen wurden auf den umliegenden Feldern verteilt.
Als zu Anfang unseres Jahrhunderts durch die Einführung des Kunstdüngers die hiesige Landwirtschaft einen entscheidenden Impuls erhielt, benötigte man die Schafe nicht mehr als Düngererzeuger und konnte die Heideflächen kultivieren. Die Zahl der Schafherden sank rapide; nicht so schnell jedoch verschwanden die Schafkoben. Sie wurden zunächst zweckentfremdet und mussten zur Unterbringung der immer mehr werdenden Geräte und Maschinen dienen. Doch wurden diese Gebäude nur noch in seltenen Fällen unterhalten. Leider verfielen sie meist, bis die traurigen Ruinen ganz verschwanden und die Fläche unter den Pflug kam. Allerdings im Gebiet Sage-Bissel und auch auf dem Pestruper Gräberfeld finden wir noch heute eine große Zahl von mehr oder weniger gut erhaltenen Schafkoben - und auch Schafherden, die eine Zierde der Landschaft sind.