Etwa 4 km südlich von Wildeshausen ...
... und 2 km westlich des Huntetales finden wir diese besonders eindrucksvolle Großstein-Grabanlage aus der Jungsteinzeit. Es handelt sich dabei um den Friedhof einer ganzen Siedlungsgemeinschaft für viele Generationen.
Die Anlage besteht aus zwei Hünenbetten, die lange verborgen blieben, bis sie in den Jahren 1934 bis 1939 in unermüdlicher Kleinarbeit auf Veranlassung des Museums für Naturkunde und Vorgeschichte in Oldenburg mit Hilfe des Reichsarbeitsdienstes ausgegraben wurden. Die östlich gelegene Anlage ist 34 m lang und 7 bis 8 m breit. Sie enthält drei Grabkammern, von denen die mittlere bis zum Zeitpunkt der Ausgrabung völlig unberührt geblieben war. Die Gesamt-Fundausbeute ergab bei dieser Anlage allein über 10000 Gefäßteile und Scherben, Waffen und Perlenschmuck. Die Gefäßtypen sind sehr zahlreich. Als besondere Seltenheit wurde eine Lampe mit fünf Brennöffnungen rings um den Hals gefunden, ein Hinweis auf bereits erweiterte Lebensansprüche und eine beachtenswerte handwerkliche Kunst.
Während das Innere der hier genannten östlichen Anlage durch die drei Grabkammern vollständig ausgefüllt ist, hat die westlich gelegene Hünenbett-Anlage zwar erheblich größere Ausmaße (50 m lang, 7 m breit), jedoch nur eine Grabkammer, die vom Osten her ihren Zugang hat. Diese Grabkammer befindet sich in der Mitte der langen Umfassung. Man hat dieses Hünenbett mühsam wieder hergerichtet, so wie man sich den ursprünglichen Zustand dachte. Die (insgesamt 85) Steinblöcke der Umfassungsmauer, vielfach zwei Meter hohe Findlinge, sind etwa zu einem Fünftel ihrer Höhe in den Boden eingelassen; ihre Gletscherschliffflächen zeigen nach außen. Dagegen stehen die Trägersteine bei der Grabkammer umgekehrt, also mit den ebenen Flächen nach innen. Von den ursprünglich wohl drei Decksteinen ist nur ein riesiger von über 250 dz Gewicht erhalten geblieben. Der Gang (von Osten) zu der Kammer beginnt mit einer zugehauenen Steinschwelle und einem genau passenden Verschlussstein; der Gang ist 1,30 m hoch, der Boden der Kammer mit Kopfsteinen gepflastert. Hierauf hat man die Toten in ausgestreckter oder hockender Stellung beigesetzt.