Renaissance Literaturepoche Merkmale, Autoren & Werke

Die Renaissance beschreibt eine Epoche der Kunst – und Kulturgeschichte im 15. und 16. Jahrhundert. Bedeutendes Merkmal der Renaissance ist der Umbruch des Mittelalters zur Neuzeit: die Wiederbelebung der kulturellen Leistungen der griechischen und der römischen Antike. Die Fortschritte in der Antike boten eine Orientierung in der Malerei, im literarischen Schaffen, in der philosophischen Entwicklung und der Architektur. Diese Besinnung auf antike Zeiten gab der Renaissance den Impuls für Erfindungen. Der Ursprung jener Epoche liegt in Norditalien. Aus diesem Grund werden zahlreiche Künstler italienischer Abstammung im Zusammenhang mit der Renaissance genannt. Die Renaissance wurde im 17. Jahrhundert durch den Barock abgelöst.

Der Begriff Renaissance

Der Begriff stammt aus dem französischen und bedeutet übersetzt Wiedergeburt. Im Jahr 1550 wurde der Begriff von dem italienischen Künstler Giorgio Vasari als Rinascimento gebraucht. Vasari teilte die Kunst in ein glanzvolles Zeitalter, in den Verfall der kulturellen Errungenschaften und das Wiederaufleben der Künste ein. Er bezog sich auf die Ideen der griechischen und römischen Antike und eine Wiederauferstehung des antiken Geistes, was ab 1250 beobachten werden kann.

Merkmale Epoche Renaissance

Merkmale in der Kunst

  • Meistens konzentrierten sich die Inhalte der Malerei auf religiöse Motive. Zahlreich Fresken (Wandmalereien) und Altarbilder entstanden in Kirchen. Neues Merkmal ist hier die Vermenschlichung religiöser Motive. Sie wurden oft in einem weltlichen Zusammenhang gesetzt. Beispielsweise finden sich in den Malereien Menschen in Alltagskleidung. Malereien und Werke, die sich mit weltlichen Themen befassten und Motive der römischen und griechischen Mythologie, standen an der Tagesordnung künstlerischen Schaffens. Oft wurde dafür auf Sagen und antike Geschichten über Götter zurückgegriffen. Zeitgenössische Persönlichkeiten rückten in den Fokus der Kunst. Es entstanden zahlreiche Porträts. Der Mensch als einzelnes Individuum stand nunmehr im Mittelpunkt. In der Folge gesellte sich Landschaftsmalereien und und Szenen des alltäglichen Lebens dazu.
  • Merkmal der Malerei in der Renaissance ist die Zentralperspektive. Dabei geht es um die präzise Wiedergabe von Raumtiefe und Objekten im Raum. Zahlreiche Bilder wirken dreidimensional, was der Erkenntnis neuer Farbperspektiven zu verdanken war.
  • Wissenschaftliche Verbildlichungen zeigten sich in präzisen anatomischen Darstellungen des Menschen. Dabei wurde der Schwerpunkt darauf gelegt, die Proportionen und die Anatomie des Körpers mit seiner Muskulatur sehr genau darzustellen. Der Mensch wurde mit perfekten Proportionen und nackt verbildlicht. Die Nacktheit galt in der Renaissance als Symbol der Unschuld.
  • Dank der Rückbesinnung auf mathematische Kenntnisse, spielten geometrische Formen in der Kunst eine große Rolle.

Merkmale in der Architektur

Antike Bauwerke waren das Vorbild in der Architektur. Insbesondere Elemente aus der römischen Architektur wurden nachgebaut. Dabei ging es den Architekten um die Einhaltung von Symmetrie und strengen Proportionen. Die einzelnen Elemente basierten zumeist auf geometrischen Formen.

Neue Ideen fanden sich in der Funktionalität von heiligen Orten. Beispielsweise sollten Kirchen als Versammlungsort dienen.

Mit hellem Marmor verkleidete Bauwerke waren in der Renaissance keine Seltenheit und stellen ein Merkmal in der Architektur dar.

Merkmale in der Literatur

Die meisten Werke in der Renaissance entstanden im Humanismus. Das war eine geistige Strömung im 15. und 16. Jahrhundert. Die Humanisten verlangten Bildungsreformen, die sich auf die Entfaltung voller geistiger Fähigkeiten des Menschen konzentrierten. Die sprachliche Ausdrucksweise spielte eine wichtige Rolle. Daher wurde der Sprach- und Literaturwissenschaft besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

In der Renaissance wurde der Buchdruck von Johannes Gutenberg erfunden. Im Jahre 1458 entstand die erste Druckerei in Straßburg. Dies führte zu einer rasanten Verbreitung literarischer Werke in ganz Europa.

Der Humanismus orientierte sich an antiken Vorbildern und findet sich überwiegend in dramatischen Werken. In der Gesellschaft gelesen wurden überwiegend Schwänke, Abenteuer- und Heldengeschichten und Romane über tapfere Ritter.

In der Epik spielte das Volksbuch eine wichtige Rolle. Dazu gehörten volkstümliche Sagen und Legenden. Berühmt sind hierbei insbesondere die Erzählungen über den Narren Till Eulenspiegel. Quelle für jene Werke, die in Prosa geschrieben wurden, waren Ritterdichtungen und Minnelieder.

In der Lyrik orientierten sich die Dichter und Schriftsteller an der mittelalterlichen Tradition. Beliebt waren Kirchendichtungen und das Volkslied und der Meistergesang mit seinen religiösen und belehrenden Inhalten.

Textformen und Gattungen der Renaissance

Epik der Renaissance

In der Epik stehen Menschen im Vordergrund und Volksbücher. Der Begriff bezieht sich auf alte Geschichten, Sagen aus dem Volkstum und Legenden. Dazu zählten aber auch Abenteuergeschichten und Schwänke jeder Art. Berühmt sind die Erzählungen über den Narren Till Eulenspiegel, den jeder kennt. Neben Ritterromanen und sonstigen Heldengeschichten, gab es auch Werke, die der Narrenliteratur zugeordnet werden konnten.

In der Epik der Renaissance wurde zunehmend Kritik an der Institution der Kirche laut. Durch fortschreitende Erkenntnisse in der Wissenschaft rückte das Bild der Kirche in eine kritische Fragwürdigkeit. Die sogenannten Dunkelmännerbriefe bezogen sich darauf. Sie waren satirisch verfasst in der Absicht gefälschte lateinischer Briefe aus dem Jahr 1515 zu verbreiten.

Lyrik der Renaissance

In der Lyrik findet das Mittelalter wieder ein zu Hause. Begehrt waren das Volkslied, das an die Minne des Mittelalters erinnert. Kirchenlieder entstanden in Massen. In diesem Zusammenhang ist insbesondere Martin Luther zu nennen, der viele Kirchenlieder in der deutschen Sprache verfasste. So ermöglichte er es vielen Menschen sich aktiv am Gottesdienst zu beteiligen.

Der Meistergesang oder auch das Meisterlied gehörte zu der am meist verbreiteten Form in der Lyrik. Sie befassten sich mit biblischen Themen und belehrenden Inhalten und bestanden meistens aus einer ungeraden Anzahl von Strophen.

Zu nennen ist hierbei Hans Sachs, der ein deutscher Dichter und Meistersinger war. Sachs dichtete über 4000 Meisterlieder.

Dramatik in der Renaissance

In der Dramatik konzentrierte sich der humanistische Dramatiker auf antike Formen. Dabei spielte die Freiheit des Menschen als Individuum eine zentrale Rolle. Dieser Mensch stand wegen seiner Vernunft über dem Tierreich. Das Handeln des Einzelnen sowie sein Schicksal basierte in der Dramatik auf psychologischen Aspekten. Die Freiheit des Menschen konnte in Gefahr geraten, indem sie plötzlich bedrohlich erschien und zu einer Lähmung des aktiven Handelns führte.

Der humanistischen Grundgedanke, der die Bildung des Menschen in den Fokus setzte, fand besonders im Fastnachtspiel sein zu Hause. Es gab ernste, komödiantische und manchmal auch alberne verfasste Themen.

Bekannte Autoren der Renaissance

  • Dante Alighieri
  • Giovanni Boccaccio
  • Johannes Reuchlin
  • Sebastian Brant
  • Hermann Bote
  • Erasmus von Rotterdam

Bekannte Werke der Epoche

  • Das Lob der Torheit (1511)- Erasmus von Rotterdam
  • Das Narrenschiff (1494) – Sebastian Brant
  • Thyl Ulenspiegel (Till Eulenspiegel, 1510/11) – Hermann Bote
  • Dunkelmännerbriefe (1515) – Johannes Reuchlin
  • Il Filocolo (Roman, 1336–1339) – Giovanni Boccaccio
  • Divina Commedia (dt.: Göttliche Komödie, 1321) – Dante Alighieri
  • An den christlichen Adel deutscher Nation (1520 )- Martin Luther
  • Lucretia (1527) – Hans Sachs

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