Immanuel Kant Biografie & Lebenslauf

geb. 22.4.1724 Königsberg
gest. 12.2.1804 ebenda

Biografie

Einer der berühmtesten deutschen Philosophen, der die Philosophie des 19. Jahrhunderts zutiefst geprägt hat, entstammte mit seinen elf Geschwistern einer pietistischen Königsberger Sattlerfamilie. Zeitlebens unverheiratet, hat er seine Heimatstadt selten und Ostpreußen nie verlassen. Nach vornehmlich naturwissenschaftlichem Studium, aber auch der Theologie und Philosophie, war Kant Hauslehrer, Privatdozent und Bibliothekar, ehe er 1770 Professor für Logik und Metaphysik in Königsberg wurde; er lehrte, zeitweilig Rektor, bis 1797.

Kants anfangs von der rationalistischen Aufklärungsphilosophie der Leibniz-Wolff’schen Schule bestimmtes Wirken prägte eine vorkritische und eine kritische Periode, wobei unter „Kritik“ eher „Analyse“ zu verstehen ist. In seinem Erstlingswerk „Gedanken von der wahren Schätzung der lebendigen Kräfte“ (1746) suchte er nach einer Verbindung mathematischer Methoden mit metaphysischer Terminologie. Die in der „Allgemeinen Naturgeschichte und Theorie des Himmels“ (1755) entwickelte Theorie der Entstehung astronomischer Systeme wurde später als „Kant-Laplacesche Theorie“ bekannt. Angeregt von David Hume, begann Kant nach 1760 mit einer skeptischen Neuorientierung seiner Überlegungen in Richtung der zweiten, kritischen Phase. In seiner Schrift „Träume eines Geistersehers, erläutert durch Träume der Metaphysik“ (1766) lehnte er die Orientierung der Metaphysik an der „inneren Erfahrung“ ebenso ab wie die abgeleiteten und die ontologischen Gottesbeweise in „Der einzig mögliche Beweisgrund zu einer Demonstration des Daseins Gottes“ (1763), den er in der „apriorischen Notwendigkeit“ von der Existenz Gottes sah.

Bei der Abfassung der ersten der drei berühmten kritischen Schriften – „Kritik der reinen Vernunft“ (1781) – dachte Kant an eine „kopernikanische Wende“ in der Philosophie mit der Überwindung der Aufklärung durch die Synthese von Empirismus und Rationalismus als Lehre von den Möglichkeiten und Grenzen menschlicher Erkenntnis, der sich das Wesen der Welt als „Ding an sich“ entzieht. Dieser „kritische Idealismus“ bezweifelt die gesamte vorherige Metaphysik mit allen Aussagen über Seele. Unsterblichkeit. Freiheit und Gott als dogmatisch und anmaßend. In der „Kritik der praktischen Vernunft“ (1788) stellt Kant bei der Definition der menschlichen Freiheit die absolut gültige Sittlichkeit der egoistisch handelnden Vernunft gegenüber; moralischer Wille und Pflichtbewusstsein stehen als „kategorischer Imperativ“ gegen individuelle Neigungen und Vorteile mit der ethischen Konsequenz, nur so zu handeln, wie es auch jeder andere darf, ohne den Mitmenschen oder die Allgemeinheit zu benachteiligen, oder: Die Freiheit des Einzelnen wird nur von der Freiheit des Nächsten begrenzt. In Fortführung dieser Erwägungen anerkennt die „praktische Vernunft“ die Unsterblichkeit der Seele und die Existenz Gottes. Die „Kritik der Urteilskraft“ (1790) schließlich untersucht die Grundsätze des Schönen und Erhabenen in Kunst und Natur sowie das Prinzip der Zweckmäßigkeit im Bereich alles Lebendigen.

Werke im Original

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