Andreas Gryphius Biographie

Herkunft

Andreas Gryphius entstammte einem lutherischen Pastorenhaus. Sein Vater, Paul Gryphius, bekleidete nach seinem Theologiestudium verschiedene geistliche Ämter. Paul Gryphius war dreimal verheiratet und zeugte zahlreiche Kinder. Anna Erhard, dessen dritte Ehefrau, war 32 Jahre jünger als er und entstammte einer Offiziersfamilie. Andreas Gryphius war das dritte Kind dieser Verbindung. Er gehörte damit einer bürgerlichen Elite an, die herausgehobene gesellschaftliche und berufliche Positionen begleitete.

Kindheit, Jugend und schulische Ausbildung

Am 2. Oktober 1616 wurde Andreas Gryphius in Glogau geboren. Ab 1621 besuchte er die Glogauer Stadtschule, die Ausbildung dort wurde aber durch die Auswirkungen des Dreißigjährigen Kriegs (1618 – 1648) erschwert.

Zudem verlor er in seiner frühen Kindheit beide Elternteile. Im Januar 1621 starb sein Vater. Im April 1622 heiratete Anna Erhard den Lehrer Michael Eder, welcher den 12 Jahre alten Gryphius nach dem Tod seiner Mutter am 21. März 1628, als seinen Stiefsohn aufnimmt.

Die familiären Schicksalsschläge wurden durch die zeitgeschichtlichen Konflikte noch verstärkt. So musste sein Stiefvater Eder Ende Oktober 1628 die Stadt Glogau verlassen, da der kaiserliche Landeshauptmann mit der Zwangsrekatholisierung der Stadt begann.

Gryphius musste in der Stadt bleiben und konnte seinem Stiefvater erst im Dezember 1628 nach Driebitz, einem kleines Dorf auf polnischem Gebiet, folgen. Anschließend suchte er dreieinhalb Jahre eine Schule, bevor er seine Ausbildung im polnischen Fraustadt fortsetzen konnte.

Der Zugang zu einer großen Bibliothek und der normale protestantisch-humanistische Bildungsgang waren für seine Entwicklung besonders wichtig. In dieser Zeit verfasste er, während des Schulbetriebs, seine ersten literarischen Werke. So war auch ein 1633 vollendeter Herodes-Epos, der im folgenden Jahr in Glogau gedruckt wurde, das Ergebnis einer schulischen Stilübung.

Nach zwei Jahren beendete Gryphius seine Ausbildung in Fraustadt und reiste mit Schulkameraden nach Danzig. Am 26. Juli 1634 schrieb er sich in das dortige akademische Gymnasium ein und setzte dort seine Ausbildung bis 1636 fort.

Die polnische Handelsstadt bot ihm viele Eindrücke. Besonders das gewaltlose Miteinander der verschiedenen Konfessionen war für Gryphius eine neue Erfahrung.

In den Danziger Jahren verfasste er einen weiteren Herodes-Epos, sowie ein Lobgedicht auf den kaiserlichen Beamten Georg Schönborner. Dieser beschäftigte ihn von 1636 bis zu seinem Tod im Dezember 1637 als Hauslehrer auf seinem Gut.

Akademische Laufbahn

Nach dem Tod seines Gönners begleitete Gryphius die beiden Söhne Schöneborners nach Leiden und wurde, neben den beiden Söhnen, in die dortige Universität im Frühjahr 1638 immatrikuliert. Er blieb insgesamt sechs Jahre an der Universität, in die er als Philosophiestudent eingeschrieben war.

Gryphius beschäftigte sich in dieser Zeit mit vielen verschiedenen Themengebieten. Besonders interessierte ihn die Anatomie, weshalb er an einigen Obduktionen aktiv teilnahm.

1644 reiste er im Rahmen seiner Kavalierstour mit einer Gruppe pommerscher Adliger nach Italien und Frankreich. Von dort aus verfolgte er interessiert den britischen Bürgerkrieg, welcher seinen Höhepunkt in der Hinrichtung des Königs Karls I. fand. Dieses Ereignis inspirierte Gryphius zum Trauerspiel „Carolus Stuardus“. Schließlich kehrte er im Sommer 1647 in seine Heimat zurück.

Amtsjahre und Lebensende

Durch seine Gedichtsammlungen wurde Gryphius zu einem angesehenen Dichter. In den darauffolgenden zweieinhalb Jahre schrieb er weitere vier Dramen (beispielsweise „Cardenio und Celinde“ und „Carolus Stuardus“). Außerdem erhielt er drei Rufe auf Professuren an den Universitäten Frankfurt an der Oder, Heidelberg und Uppsala, die er aber alle ausschlägt.

Am 12. Januar 1649 heiratete er Rosina Deutschländer, die Tochter eines Fraustädter Kaufmanns.

Am 3. Mai 1650 trat Gryphius das Amt des Syndicus der Landstände des Fürstentums

Glogau an. Damit vertrat er sein Territorium juristisch und diplomatisch

gegen die zentralistischen und gegenreformatorischen Bestrebungen der habsburgischen

Herrschaft. Diesen Dienst nahm er sehr ernst und verwendet darauf einen großen Teil seiner Arbeitskraft. Dadurch schaffte er es erst 1659 sein letztes Trauerspiel Papinia zu veröffentlichen.Andreas Gryphius erlitt am 16. Juli 1664 einen Schlaganfall und verstarb kurz darauf.

Werk

Gryphius Werk war geprägt von seinen traumatischen Kindheitserfahrungen, dem Dreißigjährigen Krieg und dem Konfessionsstreit. In seinen Werken behandelt er daher auch oft den Dreißigjährigen Krieg und das damit verbundene Leiden der Menschen. Dadurch waren seine Werke auch von Pessimismus geprägt und die Vergänglichkeit des menschlichen Strebens und Schaffens wurde in den Vordergrund gerückt.

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