Daniel Casper von Lohenstein Biographie

Daniel Casper von Lohenstein (1635-1683) zählte zu den bedeutendsten deutschen Dramatikern des Barocks. Er verfasste Gedichte, Dramen sowie den Roman „Großmütiger Feldherr Arminius“.

Jugend

Geboren wurde Daniel Casper von Lohenstein am 25. Januar 1635 im schlesischen Nimptsch im Herzogtum Brieg. Sein Vater Johann Casper (1602-1672) war Ratsherr, kaiserlicher Steuereinnehmer und Stadtvogt von Nimptsch, seine Mutter Susanna Schädel von Greiffenstein (1612-1652). Im Jahr 1670 stieg Johann Casper in den erblichen Reichsadelsstand auf.

Nachdem der junge Daniel Casper zunächst Privatunterricht erhalten hatte, wurde er von seinem Vater nach Breslau geschickt. In der schlesischen Stadt besuchte er von 1642 bis 1651 das Magdalenen-Gymnasium, wo er eine philosophisch-rhetorische Ausbildung genoss. Im Alter von 15 Jahren verfasste Casper sein erstes Trauerspiel, das die Bezeichnung „Ibrahim“ erhielt. Darüber hinaus pflegte er Freundschaft zu dem deutschen Barockdichter Heinrich Mühlpfort (1639-1681).

Da es in Breslau keine Universität gab, verließ Casper die Stadt nach Ende des Gymnasiums und begab sich nach Leipzig, wo er an der Universität bei dem Strafrechtler Benedikt Carpzov (1595-1666) Jura studierte. An der Universität Tübingen legte der junge Student dem bedeutenden Juristen Wolfgang Adam Lauterbach (1618-1678) seine Disputation vor.

Nach Ende des Studiums

Im Jahr 1655 hatte Caspar sein Studium erfolgreich abgeschlossen und begab sich auf eine Bildungsreise. Dabei bereiste er die deutschen Fürstenhöfe, die Schweiz, Utrecht, Leiden und Wien. In Ungarn begegnete er erstmals der türkisch-orientalischen Kultur.

Auf der Rückreise mit dem Schiff geriet Caspar in ein schweres Unwetter, das den Untergang von 13 Schiffen forderte. Dieses Ereignis prägte ihn sein ganzes Leben. In Breslau ließ sich Caspar nach seiner Rückkehr als Rechtsanwalt nieder. Im Alter von 22 Jahren heiratete er im Oktober 1657 Elisabeth Herrmann, die Tochter eines Amtmannes.

Umzug nach Oels

Neben seiner Tätigkeit als Anwalt widmete sich Daniel Casper auch der Dichtkunst. Dabei entstand 1665 das Trauerspiel „Agrippina“, das er der Herzogin Luise von Liegnitz-Brieg-Wohlau widmete. Deren Mutter, die regierende Fürstin, ernannte ihn 1668 zum Regierungsrat und berief ihn in das Herzogtum Oels. Dort fungierte Caspar als gelehrter Berater von Herzogin Luise und half ihr dabei, den Bau der Fürstengruft in der Johanniskirche von Liegnitz künstlerisch zu planen. Obwohl Herzog Christian Casper länger an sich binden wollte, begab dieser sich 1670 wieder nach Breslau. Dort genoss er die Unterstützung des Landeshauptmanns Christian Hoffmann von Hoffmannwaldau (1616-1679). So stieg Casper schließlich zum Syndikus auf.

Tätigkeit in Breslau

Durch seine Ernennung zum Syndikus bekleidete Daniel Casper eines der wichtigsten Ämter von Breslau. Durch die Erhebung seiner Familie in den Adelsstand erhielt er außerdem den Beinamen „von Lohenstein“. 1675 bekam er das Amt des Obersyndikus, das er bis zu seinem Tode bekleidete.

Auch als Diplomat bewies Daniel Casper von Lohenstein großes Geschick. So wurde er zu Verhandlungen nach Wien entsandt, als die Besetzung Breslaus durch kaiserliche Truppen drohte. Dort konnte er den Habsburger Kaiser Leopold I. (1640-1705), davon überzeugen, seine Forderung nach der Entlassung sämtlicher evangelischer Schullehrer zurückzunehmen. Danach übernahm von Lohenstein wiederholt diplomatische Gesandtschaftsreisen.

Letzte Jahre

Im Laufe seines Lebens erwarb Daniel Casper von Lohenstein zahlreiche Güter. Dazu gehörte das 1673 erhaltene Kittelau. Außerdem erbte er im gleichen Jahr von Tobias von Kleindienst Reisau und Roschkowitz. Im Jahr 1675 stieg Casper zum Kaiserlichen Rat auf.

Am 28. April 1683 erlag Daniel Casper von Lohenstein einem Schlaganfall.

„Großmütiger Feldherr Arminius“

Daniel Casper von Lohenstein erwarb sich nicht nur als Anwalt und Diplomat großes Ansehen, sondern auch als Autor barocker Trauerspiele. Seine Werke wurden vom französischen Klassizismus geprägt. Gemeinsam mit Andreas Gryphius (1616-1664) avancierte von Lohenstein zum wichtigsten deutschsprachigen Dramatiker der Barock-Epoche.

Sein bedeutendstes Werk war der Roman „Großmütiger Feldherr Arminius“, der es auf ca. 3100 Seiten brachte und 1689/90 in zwei Bänden veröffentlicht wurde. Der Roman handelte von der Varusschlacht, in der die römischen Legionen eine bittere Niederlage gegen den Cheruskerfürsten Arminius erlitten. Während der erste Band die Vorgeschichte beinhaltet, befasst sich der zweite Band chronologisch mit dem weiteren Geschehen bis zum glücklichen Finale.

Daniel Casper von Lohensteins Nachwirken

Die Werke von Daniel Casper von Lohenstein fanden bis in das 18. Jahrhundert großes Interesse und erhielten zahlreiche Neuauflagen. Zu seinen Bewunderern gehörten u. a. Christian Thomasius (1655-1728) und Moses Mendelssohn (1729-1786). Ab 1745 brach aufgrund des rasch voranschreitenden stilgeschichtlichen Wandels sein Nachwirken ab, was auch an den negativen Kritiken jener Zeit lag. Erst ab dem 20. Jahrhundert erfuhren die literarischen Werke Daniel Casper von Lohensteins wieder positivere Beurteilungen.

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