Martin Opitz Biographie

Der deutsche Dichter Martin Opitz wurde als Sohn eines Fleischermeisters am 23. Dezember 1597 in Bunzlau, Schlesien geboren. Aufgewaschen ist er in einer protestantischen Familie. Er gilt als Pionier der Schlesischen Dichterschule. Opitz war einer der wichtigsten Theoretiker des Barocks und wurde unter seinen Sympathisanten als Wiederhersteller der deutschen Dichtung bezeichnet.

Nach absolviertem Abitur am Gymnasium, studierte Opitz ab 1619 Philosophie und Jura an der Universität in Heidelberg, bis ihn der Dreißigjährige Krieg dazu zwang Heidelberg zu verlassen. Daraufhin flüchtet er nach Holland und kehrt 1622 zurück nach Schlesien. Erneut trieben ihn die politischen Zustände fort, diesmal in das damalig bereits reformierte Fürstentum Siebenbürgen. Dort war er als Lehrer am Gymnasium tätig bis er 1623 zurück in seine Heimat Schlesien kam.

Ferdinand II. ernannte Opitz 1625 für seine Leistungen zum Poeta laureatus, einem königlich gekrönten Dichter. Daraufhin folgte nur zwei Jahre später sogar der Adelsschlag zu Martin Opitz von Boberfeld, als Anerkennung für sein Gedicht anlässlich des Todes des Erzherzogs Karl. In dieser Zeit war er Sekretär des schlesischen Führers Karl Hannibal von Dohna, der das Gebiet erneut katholisieren sollte. Nach dessen Vertreibung, diente Opitz ab 1633 den protestantischen Herzögen. bis er 1637 Sekretär und Historiograph des polnischen Königs Vladislav IV. wurde. Durch seine Position am Königshaus, verschlug es ihn auf diplomatische Reisen nach Berlin, Warschau, Prag und Paris. Währenddessen wurde er durch die Hilfe von Diedrich von dem Werder und Friedrich von Schilling 1629 Mitglied der „Fruchtbringenden Gesellschaft“. Deren Absicht war es, die Anerkennung und Verbesserung der deutschen Sprache und Literatur zu unterstützen.

Trotz seiner beruflichen Tätigkeit, war Martin Opitz auch als Dichter sehr produktiv. Durch die Veröffentlichung seiner Werke verfolgte er das Ziel, die deutsche Sprache im europäischen Raum in den Vordergrund zu heben. Zu dieser Zeit war immer noch Latein die übliche Literatursprache in Deutschland. Auch Opitz verfasste seine ersten Werke in Latein, wie zum Beispiel 1616 „Strenarum libellus“ und 1617 „Aristarchus svie de contemptu linguae reutoricae“ was so viel heißt wie „ Aristarchus oder über die Verachtung der deutschen Sprache“. Einflüsse des Dreißigjährigen Krieg veranlassten ihn zu seinem Werk „Trostgedichte in Widerwärtigkeit des Krieges“ 1633, worin er seine Glaubenseinstellung zum Vorschein gab. Opitz sah im Tod die Erfüllung des irdischen Lebens und war überzeugter Protestant.

Innerhalb von nur fünf Tagen schrieb der Dichter sein erstes bekanntes Werk, das den Titel „Buch von der Deutschen Poeterey“ trägt. Dieses verfasste er 1624 und legte damit wichtige neue Regeln für die deutsche Kunstdichtung und Verssprache fest. Darin wies er auf den natürlichen Wortakzent hin und das Wechselspiel von Hebung und Senkung in der gebundenen Sprache. Aus alle dem kristallisiert sich heraus, dass Opitz‘ wesentliches Ziel war, durch seine Werke eine neue deutsche Nationalliteratur zu fördern, was ihm auch epochenübergreifend weit über den Barock gelang. 1625 vervollständigte er sein Hauptwerk um weitere drei Bücher, in denen er separat die geistige und weltliche Dichtung aufgriff.

Neben eigenen Werken, versuchte Opitz sich ebenfalls an Übersetzungen und Überarbeitungen großer Weltliteratur. So traf er während eines dienstlichen Aufenthalts in Paris auf Hugo Grotius und übertrug daraufhin dessen Werk „Über die Wahrheit der christlichen Religion“ in die deutsche Sprache. Auch klassische Dramen wie „Trojanerinnen“ 1625 von Seneca oder „Antigone“ 1636 von Sophokles übertrug er aus der lateinischen Sprache in die deutsche und schaffte es durch sein Gesamtwerk seine Theorie der Dichtung zur höfischen Dichtung zu machen.

Als „Vater der deutschen Dichtung“ zählte auch traditionelle Literatur zu seinen Veröffentlichungen. Beispiele dafür sind unter anderen das frühmittelhochdeutsche „Annolied“, „Die Klage-Lieder Jeremia“ 1626, „Judith“ 1635 und „Die Psalmen Davids“ 1637.

Durch seine dauerhaften Bemühungen, die deutsche Dichtung zu erneuern, schaffte er es letztendlich tatsächlich, dass diese an die europäische Nationalliteratur anknüpfen konnte. Somit vollendete Opitz erfolgreich sein Lebenswerk.

Am 20.August 1639 verstarb Martin Opitz im Alter von 41 Jahren an den Folgen der Pest in Danzig. Seine Grabstätte findet man heute in der Danziger Marienkirche.

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