Sebastian Brant Biographie

Leben:

Sebastian Brant wurde 1457 in Straßburg, dem damaligen heiligen römischen Reich, geboren. Sein Vater, Diebolt Brant, war ein Gastwirt und Ratsherr, der in seiner Nachbarschaft sehr angesehen war. Obwohl Sebastians Vater im Jahre 1468 verstarb, war der spätere Schriftsteller sehr ehrgeizig und nahm im Jahre 1475/76 sein erstes Universitätsstudium in Basel auf. Zu der Kindheit und Jugend von Sebastian Brant ist bis heute nichts bekannt. Erst als Brant die Universität besuchte, war sein Leben für Historiker nachvollziehbar.

Sein erstes Studium, das Herr Brant absolvierte, war „Klassische Sprachen und Rechtswissenschaft“ an der Universität Basel. Nur ein Jahr später erwarb Sebastian Brant den juristischen Bakkalaureats. Seinen Lizentiats erwarb Brant im Jahre 1484. Ein Jahr später heiratete der zukünftige Schriftsteller eine Frau namens Elisabeth Burgis, mit der er im Laufe seines weiteren Lebens, sieben Kinder bekam. 1489 promovierte Sebastian Brant zum Doktor der Rechte und sicherte sich seinen Platz im Professorenkollegium. Drei Jahre später wurde Brant zum Dekan der juristischen Fakultät an der Universität Basel ernannt. Zwischen 1480 und 1500 beteiligte Sebastian Brant sich maßgeblich am Buchhandel in Basel. Da seine finanzielle Situation nicht gerade berauschend war, arbeitete er nebenbei als Schriftsteller, Herausgeber und Korrektor. Brant schrieb sowohl rechtswissenschaftliche Texte als auch religiöse und weltanschauliche Beiträge. Bevorzugt verfasste Sebastian Brant Gedichte und Texte über Naturereignisse, sowohl in lateinischer als auch in deutscher Sprache. 1494 verfasste er sein bekanntestes Werk „Das Narrenschiff“. Als Basel im Jahre 1499 aus dem Deutschen Reich austrat und stattdessen der Schweizer Eidgenossenschaft beitrat, gab Brant seine Lehrtätigkeit auf. Sebastian Brant war Anhänger der Reichseinheit und von Kaiser Maximilian I., weshalb er, nach Basels Austritt aus dem Deutschen Reich, zurück nach Straßburg ging. Am 14.Januar 1501 nahm er eine Stelle als Syndikus an. Ein Syndikus ist heutzutage vergleichbar mit der Position eines Staatsrates oder einem Vertreter eines Senators. Ein Syndikus arbeitete als Rechtsgelehrter oder Jurist im Staatsamt.

Im Jahre 1503 wurde Sebastian Brant zum Stadtschreiber, dem obersten städtischen Beamten, ernannt. Einige Jahre später ernannte Kaiser Maximilian I. Brant zum kaiserlichen Rat und Beisitzer des Hofgerichts in Speyer. Sein Amt nutzte Brant, um sich für die Förderung literarischer Arbeiten einzusetzen, jedoch veröffentlichte er in dieser Zeit kaum noch eigene Werke. Im Jahre 1520, ein Jahr vor seinem Tod, reiste Sebastian Brant nach Gent. Dort unterwarf er sich dem neuen Kaiser Karl V. Am 10. Mai 1521 verstarb Sebastian Brant, die genaue Todesursache ist nicht bekannt.

Bekannte Werke:

Die Werke von Sebastian Brant lassen sich in deutsche Dichtungen, deutsche und lateinische Dichtungen, religiöse und moralische Dichtungen, lateinische Dichtungen und in lateinische und deutsche historische Prosa einteilen. In diesem Abschnitt liegt der Fokus auf den wichtigsten Werken von Herrn Sebastian Brant, weshalb nur eine ganz kleine Liste an Werken aufgezählt wird.

1. Das Narrenschiff: Allgemein wird „Das Narrenschiff“, welches 1494 in Basel erschien, als Sebastian Brants Hauptwerk bezeichnet. Das gesamte Werk wurde aufwendig gestaltet und enthält viele Zeichnungen. Es weißt 112 selbstständige Kapitel auf. Über die Kapitel hinweg behandelt das Werk verschiedene Thematiken, jedoch kommt jedes Mal ein oder mehrere Narr beziehungsweise Narren vor, welche als Verbindung zwischen den einzelnen Kapitel betrachtet werden. Obwohl zu Beginn des Buches, inklusive des Titels und der Vorrede, die Schiffsallegorie eingeführt wird, wird diese erst in den Kapiteln 103, 108 und 109 aufgegriffen. Jedes Kapitel beginnt mit einem Motto, anschließend folgt der Holzschnitt und danach das Spruchgedicht. Insgesamt wird das Schiff von 109 Narren bestiegen, die sich auf die Reise nach Narragonien begeben.

2. Die Freiheitstafel: Genau wie das Narrenschiff, weißt die Freiheitstafel einen großen Text-Bild-Zyklus auf und gehört zu Brants wichtigsten Werken. Die Freiheitstafel wurde von Sebastian Brant zwischen 1517 und 1519 verfasst und besteht aus 52 Epigrammen, auch Kurzgedichte genannt. Brant verfasste die Freiheitstafel für die Ausstattung der Xlller-Stube des Straßburger Rathauses. In den 52 Kurzgedichten befasste er sich mit den verschiedenen Akspekten der Freiheitsidee.

3. Jerusalem: Wie der Titel schon sagt, befasste sich Sebastian Brant in diesem Werk mit der Geschichte Jerusalems und stellte diese als Prosachronik dar. Dabei beleuchtete er die Zeiten des Alten Testamentes bis hin zur türkischen Bedrohung des Abendlandes. Die Prosachronik erschien 1495 in Basel und trägt den Titel „De Origine et conuersa | tione bonorum Regum: & laude Ciuitatis | Hierosolymae: cum exhortatione eiusdem | recuperandae“. Die Prosachronik wurde als Chronik der guten Könige bezeichnet, welche die Stadt Jerusalem vor den Ungläubigen beschützen beziehungsweise zurückgewinnen sollte.

Weitere Werke: Zu den hier genannten und beleuchteten Werken kommen noch einige hinzu. So hat Brant nicht nur Prosa oder Gedichte verfasst, sondern auch sechszehn Flugblätter und Einblattdrucke zu damals aktuellen Themen. Zudem hat Sebastian Brant Erziehungslehren, Spruchsammlungen, sowie religiöse Lied-, Gebets- und Erbauungstexte geschrieben und veröffentlicht.

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