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Konrad von Würzburg
geb. um 1225 in Würzburg
gest. 31.8.1287 in Basel
Biographie
Konrad von Würzburg wirkt als berufsmäßiger Dichter bürgerlichen Standes; er verbringt zunächst einige Jahre als fahrender Dichtergeselle, danach lässt er sich in Basel nieder. Beziehungen zu Basler und Straßburger Patriziern, von deren Aufträgen er lebt.
Beginnende bürgerliche Literatur trotz Anklängen an die Tradition höfisch-ritterlicher Dichtung.
Formtalent: Regelmäßigkeit und Natürlichkeit; brillanter Erzähler; Neigung zum "geblümten Stil"; Gelehrsamkeit: beginnende Befreiung vom französischen Vorbild. Hauptwirksamkeit 1270-85; bedeutendster Epigone; von den Meistersingern zu den 12 alten Meistern gezählt; viele Handschriften erhalten; große Nachwirkung.
- Kurze, prägnante Verserzählungen:
- Herzmaere; Geschichte vom gegessenen Herzen: indischer Stoff, oft behandelt (Boccaccio, Hans Sachs, Volksbuch).
- Der Welt Lohn:
Allegorie von der garstigen Kehrseite der schönen Frau Welt als Erlebnis des Wirnt v. Grafenberg
- Heinrich von Kempten ("Otte mit dem Barte"; 1260-65):
nach lateinischer Vorlage; geschichtliche Novelle; unhöfischer Geist.
- Der Schwanenritter (Lohengringeschichte, teilweise verloren):
französischer Vorlage; kein Zusammenhang mit Wolframs Parzival.
- Legenden:
- Silvester (um 1260):
Heilung Konstantins vom Aussatz durch Papst Silvester; Bekehrung der Mutter Konstantins; oft behandelter Stoff.
- Alexius (vor 1275):
Geschichte von der Weltentsagung.
- Pantaleon (um 1277):
Bekehrungs- und Märtyrer-Geschichte; P. ist der Schutzpatron der Ärzte.
- Die Klage der Kunst (32 achtzeilige Strophen):
Allegorie über die Nichtachtung der Kunst; Prozessform.
- Die goldene Schmiede:
Marienlob in schmuckreicher, überschwenglicher Sprache; Nachwirkung bis ins 15. Jh.
- Engelhard:
nach lateinischer Quelle; Treueroman im Sinne Gottfrieds; Dietrich tritt für E. im Zweikampf ein, E. heilt D. durch das Blut seiner Kinder vom Aussatz. Verbindung von Freundschaftssage und Aussatzsage (oft behandeltes Motiv).
- Partonopier und Meliur (1277):
starke Ausweitung der französischen Quelle (die sich Konrad ins Deutsche übersetzen lässt); Grundlage: das Märchen von Amor und Psyche. Als Einleitung Kunsttheorie: Kunst als göttliche Gnade, nicht erlernbar; Konrad dichtet aus innerem Drang zur Freude für seine Mitmenschen.
- Das Turnier von Nantheiz (um 1285):
Beginn der Wappendichtung; Vorbild für die später sehr ausgedehnte Heroldsdichtung.
- Trojanerkrieg (vor 1287; unvollendet):
Hauptquelle: Benoît de Sainte More, "Roman de Troie" (um 1165).
ganz im Geist des Mittelalters; breite Darstellung; kurzgefasster Schluss von einem anderen Autor.
- Leiche, Lieder, Sprüche (Sommer- und Winterlieder, religiöse u. politische Sprüche):
virtuose Formbeherrschung, effektvoll.
Werke im Original
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